SEC-Vorsitzender Atkins äußert sich zum „Crypto-Auslegungserlass“: Das ist erst der Anfang, der zu 99 % fertiggestellte Stablecoin-Gesetzentwurf ist der entscheidende Punkt

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SEC-Vorsitzender Atkins äußerte sich diese Woche klar und sagte, dass die am Dienstag veröffentlichte Krypto-Asset-Erklärung „nicht das Ende, sondern den Anfang“ sei — aber die eigentliche Entscheidungsschlacht findet im Kongress statt: Das Stablecoin-Gesetz ist zu 99 % ausgehandelt, die Erweiterung der Befugnisse der CFTC im Marktstrukturgesetz schreitet ebenfalls voran, beide Gesetzeslinien brennen gleichzeitig.

(Vorheriger Kontext: SEC veröffentlicht Rahmen für die Klassifizierung von Krypto-Assets, Atkins erklärt: Die meisten Token sind keine Wertpapiere)

(Hintergrund: Tiefenanalyse des CLARITY-Gesetzes: Das Spiel zwischen alten und neuen Finanzsystemen unter dem Mantel der Regulierung)

Inhaltsverzeichnis

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  • Die roten Linien der Erklärung: Nur noch tokenisierte traditionelle Wertpapiere
  • Weiße Haus greift ein: Das Stablecoin-Gesetz ist „zu 99 % fertig“
  • Executive Order vs. Gesetzgebung: Die Gültigkeit der Klarheit
  • Perspektiven aus der Branche: Kurzfristig positiv, langfristig im Kongress

SEC-Vorsitzender Paul Atkins sagte am Donnerstag bei einer Rede beim Practising Law Institute, dass die Erklärung „die dringend benötigte Klarheit für den Markt auf lange Sicht bietet, aber ich versichere Ihnen, dass dies nur ein Anfang ist, keinesfalls das Ende.“

Hinter diesem Satz steckt ein noch wichtigeres Signal — Atkins weiß genau, dass die rechtliche Stellung von administrativen Erklärungen ihre Grenzen hat und die tatsächliche Steuerung des Regulierungswegs nur durch Gesetzgebung im Kongress erfolgen kann.

Die roten Linien der Erklärung: Nur noch tokenisierte traditionelle Wertpapiere

Laut Atkins beim DC Blockchain Summit diese Woche: Unter dem neuesten SEC-Erklärungsrahmen „gilt nur eine Art von Krypto-Asset weiterhin unter Wertpapiergesetzen“: die tokenisierten traditionellen Wertpapiere. Mit anderen Worten, digitale Güter, NFTs, digitale Werkzeuge und Stablecoins fallen alle aus dem SEC-Regulierungsbereich heraus.

Laut CoinTelegraph betonte Atkins weiter, dass sich der Fokus der SEC von „Durchsetzung statt Regulierung“ hin zu einer stärkeren Anwendung des Bundeswertpapierrechts auf Krypto-Assets verschiebt — und dies im Rahmen eines kürzlich zwischen SEC und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) unterzeichneten Kooperationsmemorandums.

Für Projekte, die auf ETF-Zulassung warten, ist die praktische Bedeutung dieses Rahmens ziemlich direkt. Die Anträge für Altcoins-ETFs wie SOL, XRP, DOGE, stehen im Zentrum der Streitfrage: Sind diese Vermögenswerte Wertpapiere? Wenn die SEC diese Assets explizit aus ihrem Zuständigkeitsbereich ausschließt, sind die größten rechtlichen Hürden für die ETF-Zulassung beseitigt — es bleiben nur noch Verfahren und Zeit.

Weiße Haus greift ein: Das Stablecoin-Gesetz ist „zu 99 % fertig“

Noch aufmerksamer als die SEC-Erklärung ist eine andere Nachricht vom selben Tag: Ein republikanischer Senator traf sich am Donnerstag mit Patrick Witt, dem Krypto-Berater des Weißen Hauses, um den Fortschritt beim Marktstrukturgesetz zu besprechen.

Ein Sprecher aus dem Büro von Cynthia Lummis sagte, das Treffen sei „sehr produktiv und positiv verlaufen“, die Differenzen bei den Stablecoin-Erträgen seien „zu 99 % geklärt“, auch die Verhandlungen zum Digital-Asset-Gesetz schreiten gut voran.

Diese „99 %-Aussage“ offenbart die eigentliche Hürde: Können Stablecoins Erträge an ihre Inhaber auszahlen?

Das Problem ist im Kern ein Interessenkonflikt der Branche. Die traditionelle Bankenbranche befürchtet, dass, wenn Stablecoins legal 4-5 % Erträge zahlen dürfen, Sparer große Mengen an Einlagen von Banken in Stablecoin-Produkte verschieben — eine direkte Bedrohung für die Einlagenbasis der Banken. Krypto-Anbieter argumentieren, dass die Erträge aus Stablecoins die natürlichen Zinsen auf die zugrunde liegenden Vermögenswerte (meist US-Staatsanleihen) seien, und eine Beschränkung darauf würde diskriminierende Regulierung bedeuten. Der Konflikt ist kein technisches Problem, sondern ein Kampf um Marktanteile.

Executive Order vs. Gesetzgebung: Die Gültigkeit der Klarheit

Hier besteht ein Risiko, das vom Markt oft unterschätzt wird: Die Atkins-Erklärung ist eine administrative Auslegung, keine Gesetzgebung des Kongresses.

Administrative Erklärungen sind schnell und flexibel, aber auch anfällig: Der nächste SEC-Vorsitzende kann sie am ersten Tag seiner Amtszeit durch eine andere Erklärung außer Kraft setzen. Deshalb betonte Atkins selbst: „Das ist nur der Anfang“ — er weiß genau, dass ohne eine gesetzliche Grundlage, die den Rahmen festlegt, diese Regulierungsphilosophie bei politischen Richtungswechseln äußerst fragil ist.

Das CLARITY-Gesetz wurde im Juli 2025 im Repräsentantenhaus verabschiedet und legt fest, dass „funktionale und dezentralisierte“ Vermögenswerte der CFTC unterstehen. Bis Donnerstag war im Senat jedoch kein Zeitplan für die Anhörung festgelegt — das bedeutet, die vollständige Gesetzgebung ist noch offen.

Branchenperspektiven: Kurzfristig positiv, langfristig im Kongress

Aus Marktsicht ist die Entwicklung dieser Woche eindeutig ein kurzfristiger Positivschub für Krypto: Die SEC zieht ihre Zuständigkeit zurück, die rechtlichen Hürden für Altcoin-ETFs sinken, das Stablecoin-Gesetz rückt näher, und das Weiße Haus mischt aktiv mit — vier gleichzeitige Entwicklungen, die kaum als systematische Verbesserung der Regulierungsumgebung interpretiert werden können.

Doch es ist wichtig, nüchtern zu bleiben: Wirklich bindende Änderungen sind noch nicht eingetreten. Die Erklärung kann revidiert werden, das CLARITY-Gesetz ist noch nicht im Senat verabschiedet, und die letzten 1 % bei dem GENIUS-Stablecoin-Gesetz könnten die schwierigsten sein.

Wenn die CFTC nach Abschluss der Gesetzgebung die Hauptaufsicht über digitale Güter übernimmt, wird die Compliance-Struktur der Krypto-Börsen neu gestaltet: vom Umgang mit SEC-Wertpapierregeln hin zu CFTC-Commodity-Regeln. Die Unterschiede in den Regelwerken sind erheblich, und die Rechts- und Compliance-Abteilungen der Anbieter müssen sich neu ausrichten.

Atkins sagt, das sei nur „der Anfang“ — diese Aussage ist bescheiden, aber auch realistisch.

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