Google stellt Project Genie vor, das interaktive virtuelle Welten in Echtzeit anhand von Stichwörtern generiert. Diese Technologie löste zunächst Panik bei Gaming-Aktien aus, was zu einem Rückgang der Unity-Aktien um 35 % führte, doch TakeTwo-CEO glaubt, dass die Öffentlichkeit den Unterschied zwischen Werkzeugen und populären Werken missversteht.
Kürzlich hat Google das experimentelle Forschungsprototyp „Project Genie“ vorgestellt, ein Projekt basierend auf Genie 3, einem universellen Weltmodell. Derzeit ist es für US-basierte Google AI Ultra-Abonnenten zum Test geöffnet. Das Kernstück ist, dass Nutzer durch einfache Stichwörter oder das Hochladen von Bildern automatisch eine lebendige, erweiterbare Umgebung generieren können.
Im Gegensatz zu traditionellen statischen 3D-Szenen kann Genie 3 beim Bewegen oder Interagieren im virtuellen Raum in Echtzeit den Weg vorhersagen und physikalische Reaktionen sowie dynamische Veränderungen simulieren.
Bildquelle: Google Deepmind Google stellt Project Genie vor, eine Ein-Wort-Generation interaktiver Welten
Viele vergleichen die Einführung von Project Genie mit bestehenden Spiele-Engines, was schnell Diskussionen in der Community auslöste.
Laut „VGC“ haben bereits einige Nutzer begonnen, Videos ihrer mit Project Genie erstellten interaktiven Welten zu teilen, darunter auch Inhalte mit urheberrechtlich geschützten Figuren, wie Pokémon von Nintendo.
Einige KI-Technologie-Befürworter sind der Ansicht, dass mit der Weiterentwicklung von Tools wie Project Genie die Nachfrage nach traditionellen Spieleentwicklern in Zukunft stark sinken könnte.
Nach der Einführung von Project Genie reagierten Investoren aufgrund der Diskussionen in der Community zunächst besorgt, da befürchtet wird, dass diese Technologie die bestehende Spielebranche, insbesondere den Bereich der nutzergenerierten Inhalte (UGC), beeinträchtigen könnte. Daher sanken mehrere Gaming-Aktien.
Zum Beispiel fiel der Aktienkurs des Spiele-Engine-Entwicklers Unity von 38,40 USD auf ein Tief von 27,80 USD, ein Rückgang von 35 %. Auch andere bekannte Spielefirmen wie CD Projekt (Entwickler von The Witcher 3), Nintendo, Roblox sowie Take Two, Muttergesellschaft von Rockstar Games (GTA), verzeichneten Kursverluste.
Bildquelle: Google Finance Project Genie löst Marktpanik aus, Unity-Aktien fallen um 35 %
Dazu äußerte sich Unity-CEO Matthew Bromberg: Diese Art von großen Weltmodellen sei ein positiver Beschleuniger für die Branche, kein Risiko.
Er betonte, dass die aktuellen Ergebnisse dieser Modelle noch probabilistisch und nicht deterministisch seien, was sie ungeeignet für Spiele macht, die eine konsistente und wiederholbare Spielerfahrung erfordern. Wenn sie jedoch mit Unitys Engine kombiniert werden, könnten die generierten Inhalte in vollständig kontrollierte Simulationsumgebungen umgewandelt werden.
Take Two-CEO Strauss Zelnick ist ebenfalls optimistisch gegenüber Project Genie. Das Unternehmen begann bereits vor 25 Jahren mit der Erforschung von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz und setzt heute aktiv auf neue KI-Technologien, um Effizienz und Kreativität zu fördern.
Zelnick sagte in einem Interview mit „IGN“, er halte Genie nicht für eine Bedrohung für das Geschäft des Unternehmens, sondern sei vielmehr begeistert von den Zukunftsaussichten dieser neuen Werkzeuge.
Zelnick ist der Ansicht, dass die derzeitige Panik auf dem Markt daraus resultiert, dass viele „Werkzeug“ mit „Werken“ gleichsetzen. Er betonte, dass kein Werkzeug es ermögliche, mit einem Knopfdruck ein wettbewerbsfähiges kommerzielles Produkt zu schaffen. Auch wenn Kreative KI-Tools zur Unterstützung nutzen, müssen sie weiterhin die Kernideen, Charaktere und Strukturen des Spiels selbst entwickeln.
Er sagte: „Ich werde niemals die Bedeutung menschlicher Begabung unterschätzen, auch nicht bei großartigen Werkzeugen.“ Denn großartige Werkzeuge sollen nicht den Menschen ersetzen, sondern dessen Talente freisetzen und so Großes ermöglichen.
Weiterführende Literatur:
AI-Geruch ungenießbar? Larryan: KI-generierte Texte sind schlecht, werden nicht für Divinity verwendet
Generative KI betritt die Spielewelt! Capcom nutzt sie für Monster Hunter: Wild Arts, SEGA und Cygames setzen ebenfalls darauf