Kryptowährungen treten in den Zyklus der „Involution“ ein: Die drei Säulen der Liquidität geraten alle ins Stocken

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Autor: Jasper De Maere

Übersetzung: Deep潮 TechFlow

Vorwort

Liquidität treibt den Zyklus der Kryptowährungen an, doch die Kapitalzuflüsse durch Stablecoins, ETFs und DATs (Digital Asset Trusts) haben sich deutlich verlangsamt.

Die globale Liquidität bleibt stark, doch höhere SOFR (Secured Overnight Financing Rate) lenkt Kapital in Staatsan bonds und weg vom Kryptomarkt.

Derzeit befinden sich Kryptowährungen in einer Phase der Selbstfinanzierung, Kapital zirkuliert intern, während auf neue Zuflüsse gewartet wird.

Liquidität bestimmt jeden Zyklus der Kryptowährungen. Langfristig könnte die technologische Anwendung der zentrale Treiber der Kryptogeschichte sein, doch echte Preisschwankungen werden durch Kapitalflüsse verursacht. In den letzten Monaten hat sich die Dynamik der Kapitalzuflüsse abgeschwächt. Bei den drei wichtigsten Kanälen für Kapital in das Krypto-Ökosystem – Stablecoins, ETFs und Digital Asset Trusts (DATs) – verlangsamt sich die Kapitalbewegung, was dazu führt, dass sich Kryptowährungen derzeit in einer Phase der Selbstfinanzierung befinden, anstatt sich auszudehnen.

Obwohl technologische Anwendungen eine bedeutende treibende Kraft sind, ist die Liquidität der entscheidende Faktor, der jeden Kryptowährungszyklus antreibt und definiert. Es geht dabei nicht nur um Markttiefe, sondern vor allem um die Verfügbarkeit von Kapital. Wenn die globale Geldmenge wächst oder die realen Zinssätze sinken, sucht überschüssige Liquidität unweigerlich nach risikoreichen Anlagen. Historisch gesehen, insbesondere im Zyklus von 2021, gehörten Kryptowährungen zu den größten Profiteuren.

In früheren Zyklen gelangte Liquidität hauptsächlich durch Stablecoins in den digitalen Vermögenswertbereich, da Stablecoins die zentrale Brücke für Fiat-Einlagen sind. Mit der zunehmenden Reife der Branche wurden die drei wichtigsten Kanäle für Liquidität zunehmend entscheidend für den Zufluss neuen Kapitals in Kryptowährungen:

  1. Digital Asset Trusts (DATs): Tokenisierte Fonds und Ertragsstrukturen, die traditionelle Vermögenswerte mit On-Chain-Liquidität verbinden.
  2. Stablecoins: Als On-Chain-Form der Fiat-Liquidität, die als Basis für Hebel- und Handelsaktivitäten dient.
  3. ETFs: Zugangswege für passives Investment und institutionelles Kapital in BTC und ETH im traditionellen Finanzsystem.

Durch die Kombination von ETF-Asset-Management-Volumen (AUM), DAT-Nettovermögen (NAV) und ausgegebenen Stablecoins lässt sich die Gesamtkapitalzufuhr in digitale Vermögenswerte schätzen. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung dieser Komponenten in den letzten 18 Monaten. Am unteren Rand ist deutlich zu erkennen, dass die Gesamtsumme eng mit der Marktkapitalisierung der digitalen Vermögenswerte korreliert. Wenn die Zuflüsse zunehmen, steigen die Preise.

Ein wichtiger Punkt ist, dass die Zuflüsse in DATs und ETFs deutlich abgenommen haben. Beide zeigten im vierten Quartal 2024 und im ersten Quartal 2025 eine starke Performance, mit einem kurzen Anstieg im Frühsommer, doch diese Dynamik hat sich seither abgeschwächt. Die Liquidität (M2-Geldmenge) fließt nicht mehr so natürlich wie zu Jahresbeginn in das Krypto-Ökosystem. Seit Anfang 2024 ist die Gesamtsumme von DATs und ETFs von etwa 40 Milliarden USD auf 270 Milliarden USD gewachsen, während die Stablecoin-Summe sich von rund 140 Milliarden USD verdoppelt hat und nun bei etwa 290 Milliarden USD liegt. Trotz eines starken strukturellen Wachstums zeigt sich hier eine deutliche Stagnation.

Diese Verlangsamung ist entscheidend, da jeder Kanal unterschiedliche Quellen der Liquidität widerspiegelt. Stablecoins spiegeln die Risikobereitschaft innerhalb der Krypto-Branche wider, DATs erfassen die Nachfrage nach Erträgen durch Institutionen, und ETFs zeigen die breiteren Trends in der traditionellen Finanzwelt (TradFi). Das gleichzeitige Abflachen aller drei Indikatoren deutet auf eine generelle Abschwächung der Kapitalbereitstellung hin, nicht nur auf eine Umschichtung zwischen Produkten. Die Liquidität ist nicht verschwunden, sondern zirkuliert nur intern im System, ohne zu expandieren.

Betrachtet man die breitere Wirtschaft außerhalb der Kryptowährungen, ist die Liquidität (M2-Geldmenge) ebenfalls nicht vollständig zum Stillstand gekommen. Obwohl die hohen SOFR-Zinssätze kurzfristig die Liquidität einschränken und die Renditen auf Bargeld attraktiv machen, was Kapital in Staatsanleihen bindet, befindet sich die Welt immer noch in einer lockeren Geldpolitik. Die US-Quantitative Tightening (QT) ist offiziell beendet. Die strukturelle Grundhaltung bleibt unterstützend, doch aktuell bevorzugt die Liquidität andere Risikodimensionen, etwa den Aktienmarkt.

Mit abnehmenden externen Zuflüssen wird die Marktdynamik zunehmend geschlossen. Kapital wandert mehr zwischen den Haupt- und Nebenwährungen, anstatt netto hinzuzufügen, was zu einer „Player gegen Player“-Situation führt. Dies erklärt, warum Marktreaktionen oft nur kurz anhalten und warum die Marktabdeckung trotz stabiler Asset-Management-Größe (AUM) schrumpft. Die aktuellen hohen Volatilitäten werden vor allem durch Liquidationsketten getrieben, nicht durch nachhaltige Trendbewegungen.

Zukünftig würde eine signifikante Erholung eines der Kanäle – etwa durch erneutes Minting von Stablecoins, die Schaffung neuer ETFs oder die Ausgabe zusätzlicher DATs – auf eine erneute Rückkehr der makroökonomischen Liquidität in den digitalen Vermögenswertbereich hindeuten. Bis dahin befindet sich der Kryptomarkt weiterhin in einer Phase der Selbstfinanzierung, Kapital zirkuliert nur intern, ohne Wertsteigerung.

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