Verfasst von: imToken
Am 12. März 2026 erlebte das Ethereum-Staking einen historischen Moment.
Der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock hat offiziell auf dem NASDAQ einen ertragsorientierten Ethereum-ETF „iShares Staked Ethereum Trust“ (Ticker: ETHB) eingeführt — er hält nicht nur Ethereum-Spot, sondern setzt den Großteil der Vermögenswerte auch für On-Chain-Staking ein und verteilt die Erträge regelmäßig an die Investoren.
Man kann sagen, nach über einem Jahr Marktdebatte hat die Einführung von ETHB im Wesentlichen das Kernproblem gelöst, das seit der Einführung des Ethereum-Spot-ETFs ungelöst blieb: Kann ETH von den Mainstream-Finanzsystemen offiziell als „zinsbringendes Asset“ akzeptiert werden?
Dies markiert auch den offiziellen Eintritt des „Staking“-Verhaltens, das einst den nativen On-Chain-Nutzern vorbehalten war, in den Asset-Management-Rahmen der Wall Street.

Aus zeitlicher und marktbezogener Sicht ist die Einführung von BlackRocks ETHB ein Glücksfall.
Einerseits verwaltet BlackRock mit seinem iShares Bitcoin Trust (IBIT) bereits Vermögenswerte von über 55 Milliarden US-Dollar, der iShares Ethereum Trust (ETHA) verwaltet ebenfalls 6,5 Milliarden US-Dollar. Die Akzeptanz institutioneller Akteure gegenüber Krypto-ETFs ist somit bestätigt; andererseits laufen in den USA und Hongkong Diskussionen und Vorbereitungen, ob ETFs am Staking teilnehmen dürfen — diese Diskussionen dauern bereits über ein Jahr.
Der größte Unterschied zwischen ETHB und früheren Ethereum-Spot-ETFs wie ETHA besteht darin, dass ETHB ETH nicht ungenutzt lässt.
Traditionelle Krypto-ETFs funktionieren meist sehr simpel: ETH kaufen, verwahren, Preisentwicklung verfolgen, und sonst nichts tun. ETHB führt eine entscheidende Änderung ein: Es lässt die gehaltenen ETH am Netzwerk-Consensus teilnehmen und Erträge generieren:
Es delegiert 70% bis 95% der gehaltenen ETH über Coinbase Prime an professionelle Validierungs-Knoten wie Figment, um am Ethereum-Netzwerk-Consensus teilzunehmen und Staking-Belohnungen zu verdienen.

Genauer gesagt funktioniert dieses System so:
Dies zeigt den Kernwert des Zinseszins-Stakings. Beispiel stETH: Nach dem Staking von ETH erhöht sich die stETH-Bilanz automatisch durch Belohnungen, ohne manuelles Eingreifen. Jede Belohnung wird Teil des Kapitals und generiert weiter Erträge.
Für ETHB lässt sich eine ähnliche Rechnung aufstellen: Die aktuelle On-Chain-Jahresrendite beim Ethereum-Staking liegt bei etwa 2,8% bis 3,1%. Da ETHB rund 82% dieser Erträge an Investoren ausschüttet, verbleibt nach Abzug der Verwaltungsgebühren eine tatsächliche Rendite von etwa 2,3% bis 2,5%.
Obwohl diese Zahlen nicht hoch erscheinen, ist das Wesentliche, dass es sich um eine kontinuierliche, automatische und vorhersehbare Cashflow-Quelle handelt. Das bedeutet, dass auch normale Investoren, die ETHB kaufen, künftig vom Zinseszinseffekt profitieren können.
Natürlich, obwohl ETHB monatlich Erträge ausschüttet, profitieren Investoren nur dann vom Zinseszinseffekt, wenn sie die Erträge wieder in den ETF investieren. Ansonsten bleibt es bei einer einfachen Ertragsausschüttung, was langfristig die Vorteile des On-Chain-Stakings etwas relativieren könnte.

Die Bedeutung von ETHB geht weit über die Gründung eines neuen Fonds hinaus.
Bekannt ist, dass während der Amtszeit des früheren SEC-Vorsitzenden Gary Gensler alle Ethereum-ETFs mit Staking-Funktion entfernt wurden, da Staking als potenziell unregistriertes Wertpapier galt. Nach Genslers Abgang änderte der neue Vorsitzende Paul Atkins die regulatorische Haltung deutlich, was den Weg für ETHB ebnete.
BlackRock verwaltet derzeit über 130 Milliarden US-Dollar an Krypto-bezogenen ETPs. Im Jahr 2025 verzeichnete die iShares-Serie etwa 95% der globalen Nettozuflüsse in digitale Asset-ETPs. Wenn ein so großer Akteur „Staking“ in sein Produktportfolio aufnimmt, sendet das ein klares Signal: Staking-Erträge sind eine legale und nachhaltige Investitionsquelle.
Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass nach der Einführung des Bitcoin-ETFs auch Ethereum-, Solana- und andere PoS-Netzwerk-ETFs folgen werden. Alle Emittenten von Krypto-ETFs werden rasch nachziehen.
Wir können sogar vorhersagen, dass in den nächsten sechs Monaten eine große Menge an Spot-ETFs in ertragsorientierte ETFs umfließen wird.
Bereits im Januar dieses Jahres begannen erste Ethereum-ETFs, dieses Gebiet zu erkunden. Anleger können regelmäßig Erträge wie bei Wertpapieren erhalten — beispielsweise verteilt Grayscale mit seinem Ethereum-Staking-ETF (ETHE) bereits die durch Staking erzielten Erträge an die Anteilseigner. Das ist die erste in den USA angebotene Spot-Krypto-Asset-Produkt, das Staking-Erträge an die Investoren ausschüttet.
Obwohl diese Praxis für Web3-native Akteure eher alltäglich ist, markiert sie in der Geschichte der Krypto-Finanzierung einen Meilenstein: Es ist das erste Mal, dass die native Ertragsquelle von Ethereum in eine traditionelle Finanzstruktur eingebettet wird — ein Meilenstein.
Wichtig ist, dass dies nicht bedeutet, dass Ethereum-Staking bereits vollständig reguliert ist oder dass die Aufsichtsbehörden eine einheitliche Linie dazu haben. Wirtschaftlich gesehen hat sich jedoch eine entscheidende Veränderung vollzogen: Nicht-native Krypto-Nutzer können erstmals indirekt von den nativen Erträgen des Ethereum-Netzwerks profitieren, ohne Nodes, Private Keys oder On-Chain-Operationen verstehen zu müssen.
Aus dieser Perspektive ist Ethereum-Staking ein bedeutender Schritt in Richtung breiterer Kapitalaufnahme.
Natürlich werden nicht alle durch den Kauf von ETHB Staking-Erträge erzielen. Für die meisten Krypto-Nutzer ist die direkte Teilnahme auf der Chain die naheliegendere Option.
Wir sollten die wichtigsten Staking-Methoden für Ethereum noch einmal zusammenfassen:
Zunächst das native Staking: Es erfordert mindestens 32 ETH und den Betrieb eines eigenen Validierungs-Knotens. Es bietet die höchsten Erträge und die größte Dezentralisierung, ist aber auch am komplexesten und eher für technisch versierte Nutzer geeignet.
Zweitens die derzeit populärste Form, das Liquid Staking: Hierbei sind bereits rund 15 Millionen ETH im Einsatz, im Wert über 35 Milliarden US-Dollar. Nutzer können via Lido (stETH), Rocket Pool (rETH) und andere Protokolle teilnehmen, ohne 32 ETH zu besitzen. Nach dem Staking erhalten sie liquiditätsbezogene Token, die sie in DeFi nutzen können — der Zinseszinseffekt ist hier am deutlichsten.

Quelle: DeFiLlama
Außerdem gibt es noch das Node-Staking, bei dem Nutzer direkt über Wallets mit Staking-Funktion teilnehmen. Das ist einfach und für Nicht-Techniker geeignet, setzt aber eine entsprechende Infrastruktur voraus.
Insgesamt markiert die Einführung von ETHB einen wichtigen Meilenstein: Das Ethereum-Staking bewegt sich vom „On-Chain-Nutzerverhalten“ hin zu einem „Mainstream-Finanzprodukt“. Es bestätigt die Rechtmäßigkeit der Erträge und beschleunigt den institutionellen Kapitalzufluss in das ETH-Ökosystem.
Für den durchschnittlichen Token-Inhaber ist das wichtigste Signal jedoch: Staking als Methode, Assets dauerhaft arbeiten zu lassen, wird von den weltweit größten Vermögensverwaltern anerkannt.
Wenn ETH automatisch Zinsen erwirtschaftet, ändert sich auch die Preislogik. Es ist nicht mehr nur ein spekulatives Asset, das auf Wertsteigerung wartet, sondern eine „Einkommensmaschine“, die kontinuierlich Cashflows generiert. Ob via ETF oder On-Chain-Staking — dieser Trend ist unumkehrbar.
Und du, bist du bereit, dein ETH arbeiten zu lassen?