Gate News Nachrichten, 16. März: Goldman Sachs-Analysten erklärten, dass trotz des Ölpreis-Sprungs infolge des Iran-Kriegs die globale Lieferkette noch nicht großflächig unterbrochen wurde und die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen kontrollierbar sind. Seit den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran sind die Brent-Rohöl-Futures auf etwa 105 USD pro Barrel gestiegen, die US-West-Texas-Intermediate-Futures auf rund 99,50 USD, mit einem Anstieg von über 70 % in diesem Jahr.
Goldman Sachs-Ökonomen betonten, dass der aktuelle Ölpreisschock hauptsächlich den Energiesektor betrifft und sich deutlich von den globalen Lieferkettenstörungen während der Pandemie 2021 und 2022 unterscheidet. Sie erwarten, dass der Ölpreisanstieg das globale BIP im nächsten Jahr um etwa 0,3 % senken könnte, die Gesamtinflation um 0,5 bis 0,6 Prozentpunkte steigen wird, und das globale Wirtschaftswachstum im vierten Quartal von den vor dem Krieg prognostizierten 2,9 % auf 2,6 % sinken könnte, während die Gesamtinflation bei etwa 2,9 % verbleibt.
Analysen deuten darauf hin, dass die begrenzte Exponierung gegenüber Nicht-Energie-Handelswaren der Schlüssel dafür ist, dass die Lieferkette nicht stark getroffen wurde. Der Anteil des Nicht-Energie-Handels mit der Golfregion macht nur etwa 1 % aus, deutlich weniger als die über 20 % Handelsanteil während der Pandemie in China und Ostasien. Selbst in Branchen mit hohem Exportanteil an Chemikalien, Metallen usw. sind kritische Vorprodukte wie Schwefel, Stickstoff, Ammoniak und Helium durch Lagerbestände und langfristige Verträge gesichert, was das Risiko von Lieferunterbrechungen begrenzt. Das einzige potenzielle Risiko ist Methanol, das zu fast einem Fünftel aus iranischer Produktion stammt und für die Herstellung von Essigsäure verwendet wird, was gewisse Nachfrageschwankungen in Klebstoff-, Lösungsmittel- und Lackindustrien verursachen könnte.
Außerdem erklärte Goldman Sachs, dass seit Kriegsbeginn die Seefahrtskosten für Nicht-Tanker-Transporte leicht gesunken sind, während die Luftfrachtkosten nur einen geringen Einfluss von weniger als 5 Basispunkten auf die globale Inflation haben dürften. Dies deutet darauf hin, dass, obwohl Schwankungen bei den Energiekosten einige Kostenbelastungen auslösen könnten, der gesamte Handel relativ stabil bleibt. Analysten sind der Ansicht, dass die globale Wirtschaft und Lieferketten angesichts der aktuellen geopolitischen Schocks resilient bleiben und Investoren sich keine übermäßigen Sorgen um großflächige Lieferkettenunterbrechungen machen müssen. (Business Insider)