Amerikaischer Präsident Trump kündigte kürzlich an, innerhalb eines Jahres die Höchstgrenze für den jährlichen Zinssatz bei Kreditkarten im Inland auf 10% festzulegen, um das Rekordhoch der US-Haushaltsverschuldung zu bekämpfen. Diese scheinbar direkte „Zinssenkung“-Politik hat jedoch innerhalb der Finanzwelt und im Kongress heftige Zweifel ausgelöst und könnte dazu führen, dass Konsumausgaben eingeschränkt werden und die Bevölkerung auf andere Kreditoptionen ausweicht.
Trump setzt Höchstgrenze von 10% für Kreditkartenzinsen, Inkrafttreten am 20. Januar 2026
Trump kündigte am Samstag über soziale Medien an, um langfristige Ausbeutung der Verbraucher durch Banken zu verhindern, werde die Regierung die Kreditkartenzinsen auf maximal 10% beschränken. Diese Begrenzung tritt am 20. Januar 2026 in Kraft. Im Text wurde jedoch keine konkrete Umsetzung erläutert, etwa ob eine Gesetzgebung im Kongress erforderlich ist, welche Behörde die Überwachung übernimmt oder wie die Einhaltung durch Finanzinstitute sichergestellt wird.
Daten zeigen, dass die US-Kreditkartenschulden im dritten Quartal 2024 erstaunliche 1,17 Billionen US-Dollar erreichten, höher als die 770 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2021, was die Dringlichkeit des Problems verdeutlicht.
Bereits vor Trumps Ankündigung hatten Senator Bernie Sanders und Josh Hawley Anfang 2025 parteiübergreifende Gesetzesinitiativen vorgeschlagen, die Kreditkartenzinsen innerhalb von fünf Jahren auf 10% zu begrenzen:
Wenn große Banken mehr als 25% Zinsen auf Kreditkarten erheben, handelt es sich nicht mehr um Kreditvergabe, sondern um Erpressung und Wucher.
Doch aufgrund des Widerstands der Bankenverbände und Finanzlobbygruppen konnte dieses Gesetz im Kongress bisher nicht vorangetrieben werden.
Reaktion der Finanzbranche: Hohe Zinsen stützen das gesamte Kredit-Ökosystem
Nach der Ankündigung Trumps äußerten sich die Bankenverbände und mehrere Investoren ablehnend. Hedgefonds-Manager Bill Ackman und Ökonom Peter Schiff wiesen darauf hin, dass, wenn die risikoadjustierten Zinsen nicht beachtet werden, Kreditgeber möglicherweise die Kreditkarten für Hochrisikokunden kündigen, was dazu führen könnte, dass einige Verbraucher den formellen Finanzweg verlieren.
Gleichzeitig betonten Organisationen wie die Bank Policy Institute (BPI) und die American Bankers Association (ABA) gemeinsam, dass die Obergrenze die Risikopreisbildung schwächen, die Gewinne der Banken beeinträchtigen und die Rückvergütungs-, Ratenzahlungsmechanismen sowie die finanzielle Zugänglichkeit für mittlere und niedrige Kreditwürdigkeit gefährden wird.
(Visa und Mastercard werden die Transaktionsgebühren senken, hohe Cashback-Kreditkarten könnten von Händlern abgelehnt werden)
Kreditkarten-Cashback könnte wegfallen? Analyse der drei Auswirkungen der Politik
Amanda Orson, Gründerin und CEO der KI-Immobilienhandelsplattform Galleon, erklärt, warum diese Politik „keine gute Politik“ sei. Sie betont, dass Kreditkarten ein hochgradig „quersubventioniertes“ System sind: Nutzer, die ihre Rechnungen nicht vollständig begleichen oder hohe Zinsen zahlen, tragen tatsächlich die Kosten für Cashback-Punkte, Lounge-Zugang und Cashbacks, weshalb eine Veränderung das gesamte System ins Wanken bringen kann.
Das Entfernen eines Beins eines Stuhls macht das System nicht gerechter, sondern destabilisiert es neu. Diese Kosten werden letztlich bei den Verbrauchern spürbar.
Zunächst bei Premium-Karten wie der American Express Platinum (AMEX Platinum): Wenn die Zinsmarge insgesamt gedrückt wird, könnten die Vorteile reduziert oder die Jahresgebühr erhöht werden; außerdem könnten die Subventionsprogramme für Cashback bei verschiedenen Karten schrittweise verschwinden.
Schließlich könnten sekundäre Kreditkarten für weniger kreditwürdige Gruppen, die bereits mit hohen Ausfallraten und Fixkosten konfrontiert sind, bei einer Obergrenze von 10% mathematisch kaum noch lebensfähig sein, was die Nutzer dazu zwingt, auf weniger regulierte, kostenintensivere Hochrisikokreditoptionen auszuweichen.
Schützt es die Bevölkerung oder trifft es die Finanzwelt hart? Die Kreditkartenzinsen werden erneut zum Problem
Einerseits argumentieren Befürworter, dass die Festlegung einer Zinsobergrenze die Schuldenlast verringert; andererseits warnen Kritiker, dass dadurch Kreditmöglichkeiten knapper werden und die Rückvergütungen sinken könnten.
Orson befürchtet, dass ohne begleitende Maßnahmen die Märkte verstärkt auf Debitkarten, Buy Now Pay Later (BNPL) oder Nicht-Bank-Kreditoptionen umstellen könnten, was den ursprünglichen Schutz und die Kreditbildung durch Kreditkarten schwächen würde.
Ob die 10%-Grenze eine Lösung für die Schuldenberge der Bevölkerung ist oder die bestehende Kreditfinanzierungssysteme stark beeinträchtigt, hängt noch von der Gesetzgebung und den Marktreaktionen ab.
Dieser Artikel erschien zuerst bei Chain News ABMedia unter dem Titel „Trump fordert Höchstgrenze von 10% bei Kreditkartenzinsen – warum verschwindet der Konsum-Cashback?“