Australische Krypto-Börsen-Gruppe DAEX hat den Handel eingestellt und ist in die freiwillige Abwicklung eingetreten. Der Liquidator fordert nun Gläubiger auf, sich zu melden.
Die australische Kryptowährungsbörse DAEX hat alle Handelsaktivitäten eingestellt und ist in die freiwillige Abwicklung eingetreten, was bei den Investoren Unsicherheit hinsichtlich der Rückführung ihrer Gelder verursacht.
Laut Daily Telegraph betrifft der Zusammenbruch mehrere Plattformen, die unter dem DAEX-Dach operieren, darunter AUDX Australia, AUDX Global und GlobalOne Exchange. Am 5. Jan. 2026 erschienen auf den Websites der Plattformen Erklärungen, die bestätigen, dass die Betriebe mit sofortiger Wirkung eingestellt wurden.
Das Unternehmen hat seitdem Daniel O’Brien von DV Recovery Management zum Liquidator ernannt. Während die Gesamtschuld gegenüber Gläubigern noch unklar ist, hat der Liquidator alle Personen oder Unternehmen, die glauben, Geld zu erhalten, aufgefordert, sofort Kontakt aufzunehmen.
DAEX gehört zur Digital Capital Group (DCG), einer in North Sydney ansässigen Firma, die denselben alleinigen Geschäftsführer und Sitz hat. Bemerkenswert ist, dass DCG selbst nicht in Liquidation ist und seine breiteren Geschäftstätigkeiten weiterhin fortsetzt.
Vor seinem Zusammenbruch wurde DAEX, das 2021 gegründet wurde, als bedeutender Akteur im Bereich digitaler Vermögenswerte positioniert. Es war auch in den USA als Geldtransfer- und Währungsumtauschdienst registriert.
Ein zentraler Punkt der Untersuchung nach dem Zusammenbruch ist die Behauptung von DAEX, dass ihr AUDX Global-Ableger eine Kryptowährungs-Lizenz besitzt, die vom Mwali International Services Authority (MISA) zertifiziert und reguliert wird. MISA hat ihren Sitz auf Mohéli (auch bekannt als Mwali), einer autonomen Insel innerhalb der Union der Komoren.
Dieses Regulierungsorgan stand im Fokus intensiver internationaler Warnungen. Sowohl die Zentralbank der Komoren als auch die Financial Markets Authority (FMA) Neuseelands haben zuvor Warnungen herausgegeben, in denen MISA als „fiktive“ Organisation bezeichnet wird. Außerdem behauptet die Zentralbank der Komoren, dass sie die einzige rechtliche Behörde für Bank- und Finanzlizenzen auf allen Inseln der Union ist. Sie erklärt, dass MISA keine rechtliche Befugnis hat, Finanzinstitute zu autorisieren.
Kritiker argumentieren, dass das unabhängige Registrierungssystem von Mwali oft von Offshore-Entitäten genutzt wird, um einen Anschein von Legitimität zu erlangen, ohne die strengen Aufsichtsmaßnahmen der Tier-1-Regulierer zu durchlaufen. Laut einem Bericht des Daily Telegraph ist jedoch unklar, ob das Unternehmen sich der Streitigkeiten um die Legitimität der Mwali-Behörde bewusst war.
Der Zusammenbruch folgt einer Phase regulatorischer Veränderungen für das Unternehmen. DAEX war früher ein registrierter Vertreter des Fondsmanagers Edisons Global, was es ihm ermöglichte, unter Edisons’ australischer Finanzdienstleistungslizenz (AFSL) zu operieren. Dieses Arrangement endete im Mai letzten Jahres, nachdem die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) die Lizenz von Edisons Global ausgesetzt hatte.
Während die Registrierung von DAEX nach dieser Aussetzung eingestellt wurde, haben die Behörden betont, dass derzeit keine Hinweise auf Fehlverhalten oder Unregelmäßigkeiten seitens DAEX oder seiner Muttergesellschaft DCG im Zusammenhang mit diesen Ereignissen vorliegen.