Das Krypto-Projekt World Liberty Financial (WLFI) unter dem Dach der Trump-Familie hat am Dienstag eine Verleumdungsklage gegen den Tron-Gründer Justin Sun (孙宇晨) eingereicht. Sun wird vorgeworfen, eine Kampagne zur öffentlichen Meinung gestartet zu haben, um Druck auszuüben. Sun kontert, es handle sich nur um eine „haltlose PR-Show“. Der ehemalige größte Geldgeber ist damit zum juristischen Gegner geworden und geht vor Gericht.
(WLFI-Token bis zur Abwahl von Trump gesperrt? Justin Sun wird übel abgezockt, scharfes Urteil über „Welt-Tyrannei“)
Von WLFI größtem Geldgeber zum Gerichtspartner
Der Streit zwischen Justin Sun und der Trump-Familie hat sich in den letzten Wochen schnell zugespitzt: Am Dienstag landete der Schlagabtausch aus dem Social-Media-Umfeld offiziell vor Gericht. WLFI veröffentlichte heute, man habe in einem Gericht in Florida eine Verleumdungs-Gegenklage eingereicht. Dabei wird der Krypto-Milliardär angegriffen, der früher zu den frühen Unterstützern des Projekts gehört habe: Ihm wird vorgeworfen, nach außen eine „Kampagne zur öffentlichen Meinung“ gestartet zu haben, um WLFI dazu zu zwingen, seine eingefrorenen Vermögenswerte in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar freizugeben. Justin Sun kontert und bezeichnet diese Gegenklage als „haltlose PR-Inszenierung“. Er betont, vor Gericht werde er gewinnen.
Suns Verhältnis zu WLFI hat sich jüngst dramatisch gedreht. Zunächst habe er rund 75 Millionen US-Dollar in den Kauf von WLFI-Token investiert und zusätzlich 100 Millionen US-Dollar in den offiziellen Trump-Meme-Coin ($TRUMP) gesteckt, wodurch er zu einer der wenigen asiatischen Gesichter innerhalb des Trump-Krypto-Ökosystems wurde. Nun, mit einem Nettovermögen von mehr als 11,0 Milliarden US-Dollar, wird der Krypto-Finanzier mit seinen früheren Kooperationspartnern vor Gericht gegeneinander antreten.
Token-Sperrung wird zum Zündfunken des Konflikts
Der Vorfall geht auf September 2025 zurück: Suns WLFI-Token im aktuellen Wert von etwa 240 Millionen US-Dollar wurden wegen des Vorwurfs des Verkaufs nach einer Vereinbarung eingefroren. Sun übte daraufhin öffentlich Kritik an WLFI. Er bezeichnete das Projekt als „Welt-Tyrannei (World Tyranny)“ und warf dem WLFI-Team vor, „Backdoors in Smart Contracts“ eingebaut zu haben. Ohne ordnungsgemäßes Verfahren würden die Investoren gelassen, ihre Gelder einfach eingefroren bekommen.
Andererseits zeigen Berichte, dass WLFI 5 Milliarden eigene Token in eine DeFi-Kreditplattform namens Dolomite einlegt, die gemeinsam von WLFI-Beratern mitgegründet wurde. Dort würden etwa 75 Millionen US-Dollar in Form von Stablecoins ausgeliehen. Das hat im Markt Zweifel ausgelöst: an der Governance-Transparenz von WLFI sowie daran, dass es sich um eine umfunktionierte Auszahlung handeln könnte.
Beide Seiten erzählen ihre Version; juristische Kernfrage dreht sich um die Sperrbefugnis
Ende April 2026 reichte Justin Sun zuerst in einem kalifornischen Bundesgericht eine Klage gegen WLFI ein. Er macht geltend, WLFI habe sein Recht auf den legitimen Verkauf der Token mit betrügerischen Mitteln blockiert. Zudem wirft er vor, die Vereinbarung habe ein zuvor nicht offengelegtes „Blacklist“-Mechanismus genutzt und damit gegen das Grundprinzip der Unveränderlichkeit von Kryptowährungen verstoßen.
WLFI geht in der Widerklage ebenfalls scharf zurück. Man betont, die Sperrfunktion sei im Einklang mit dem Inhalt des 2025 verabschiedeten „Clarity Act“ (Clarity Act) und die entsprechenden Bestimmungen seien auch klar in den Unterlagen, dem Token-Freigabeabkommen und dem On-Chain-Code dokumentiert. Gleichzeitig wirft WLFI Justin Sun vor, gegen mehrere Vertragspflichten verstoßen zu haben – darunter, Token im Namen von anderen Personen für weitere Investoren gekauft zu haben, Token regelwidrig an Börsen übertragen zu haben sowie Transaktionen in Form von Short-Positionen auf WLFI-Token durchgeführt zu haben. Darüber hinaus beschuldigt WLFI ihn, Influencer und Bot-Accounts beschäftigt zu haben, um negative Stimmung zu verbreiten. Das habe dem Unternehmen nachweislich Schaden am Ruf und an den Geschäften zugefügt.
WLFI stellt klar, dass Suns öffentlicher Angriff nicht aus dem Wunsch heraus erfolgt sei, eigene Rechte und die Rechte der Community zu schützen, sondern eine Vergeltungsaktion sei, die dadurch ausgelöst worden sei, dass er die Forderung nach mehreren hundert Millionen US-Dollar „Schweigegeld“ zurückwies.
Wenn sich Krypto-Milliardäre mit Weltmächten anlegen
Für die gesamte Kryptoindustrie ist die politische Sensibilität des Prozesses nicht zu übersehen. Hinter WLFI steht die politische Markenfamilie von Trump. Justin Sun wiederum ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Krypto-Welt weltweit. Ein öffentliches Duell beider Seiten wird zwangsläufig die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich ziehen. Aktuell laufen beide Verfahren noch. Justin Sun zeigt sich dazu auf der X-Plattform selbstbewusst und schreibt: „Ich habe nichts zu bereuen, was mein Handeln angeht, und erwarte, vor Gericht zu gewinnen.“ Damit ist klar: Der juristische Kampf hat noch einen langen Weg vor sich.
Der Artikel „孙哥槓上川普家族!孫宇晨遭 WLFI 反訴誹謗,直批‘公關作秀’“ erschien zuerst bei 鏈新聞 ABMedia.
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