Angebot und Nachfrage sind die wichtigsten Instrumente, um die Bewegungen der Aktien- und Vermögenspreise zu verstehen.

Warum steigen und fallen Aktienkurse manchmal? Die Antwort liegt im sogenannten Angebot und Nachfrage, einem grundlegenden Konzept der Wirtschaftswissenschaften, das die Kursbewegungen auf dem Markt erklärt. Investoren, die dieses Konzept verstehen, können zukünftige Kursentwicklungen besser vorhersagen und den richtigen Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf erkennen.

Was ist Angebot und Nachfrage?

Angebot und Nachfrage sind nicht nur wirtschaftliche Begriffe, sondern die treibenden Kräfte, die den Preis auf dem Markt ausgleichen. Wenn Nachfrage (Kaufinteresse) hoch ist, während das Angebot (Verkaufsinteresse) gering ist, steigen die Preise. Umgekehrt sinken die Preise, wenn viel Angebot auf wenig Nachfrage trifft.

Das Verständnis der Nachfrage (Demand)

Nachfrage bezeichnet das Interesse, Waren oder Dienstleistungen zu verschiedenen Preisen zu kaufen. Wird diese Nachfrage in einem Diagramm dargestellt, entsteht die Nachfragekurve, die die Beziehung zwischen Preis und Menge zeigt.

Das Grundprinzip der Nachfrage besagt: Wenn der Preis steigt, sinkt die Kaufbereitschaft; bei fallenden Preisen steigt sie. Diese Preisänderungen wirken sich auf zwei Arten aus: Einkommenseffekt und Substitutionseffekt. Bei sinkenden Preisen haben Verbraucher mehr Geld zur Verfügung, was den Konsum erhöht. Zudem wählen sie bei günstigeren Produkten eher diese anstelle teurerer Alternativen.

Weitere Einflussfaktoren auf die Nachfrage sind das Einkommen der Konsumenten, Geschmack und Präferenzen, die Anzahl der Käufer, zukünftige Preisprognosen sowie externe Faktoren wie Saison, staatliche Politik, Technologie und das Vertrauen der Verbraucher.

Das Verständnis des Angebots (Supply)

Angebot beschreibt die Bereitschaft der Verkäufer, Waren oder Dienstleistungen zu verschiedenen Preisen anzubieten. In einem Diagramm ergibt sich die Angebotskurve, die die angebotene Menge bei unterschiedlichen Preisen zeigt.

Das Grundprinzip des Angebots lautet: Mit steigendem Preis sind Verkäufer eher bereit, mehr zu verkaufen, da sie höhere Gewinne wittern. Bei fallenden Preisen verringert sich die angebotene Menge.

Einflussfaktoren auf das Angebot sind Produktionskosten, Preise alternativer Produkte, Anzahl der Wettbewerber, Produktionstechnologie, zukünftige Preisprognosen, Steuerrichtlinien, Währungsschwankungen und Zugang zu Kapital.

Das Gleichgewicht (Equilibrium)

Der tatsächliche Marktpreis entsteht dort, wo sich Angebot und Nachfrage schneiden. Dieser Punkt wird als Gleichgewichtspunkt bezeichnet. Hier bleiben Preis und Menge stabil, weil:

  • Wenn der Preis über den Gleichgewichtspreis steigt, steigt das Angebot, während die Nachfrage sinkt, was zu einem Überschuss führt und den Preis wieder nach unten drückt.
  • Wenn der Preis darunter fällt, steigt die Nachfrage, während das Angebot sinkt, was zu Knappheit führt und den Preis wieder nach oben treibt.

Einflussfaktoren auf Angebot und Nachfrage im Finanzmarkt

In Aktien- und Finanzmärkten sind Angebot und Nachfrage durch komplexere Faktoren beeinflusst:

Einflussfaktoren auf die Nachfrage

Makroökonomische Faktoren wie Zinssätze, Wirtschaftswachstum und Inflation beeinflussen die Investitionsbereitschaft. Niedrige Zinsen führen dazu, dass Anleger vermehrt in Aktien investieren.

Liquidität im System: Mehr Geld im Markt erhöht die Investitionsnachfrage in risikoreiche Anlagen.

Vertrauen der Investoren: Positive Erwartungen bezüglich Wirtschaft, Unternehmensgewinnen oder politischer Lage steigern die Nachfrage nach Aktien. Schlechte Nachrichten wirken sich negativ aus.

Einflussfaktoren auf das Angebot

Entscheidungen der börsennotierten Unternehmen: Kapitalerhöhungen erhöhen das Angebot, Aktienrückkäufe verringern es.

Neue Börsengänge (IPO): Neue Unternehmen bringen zusätzliche Aktien auf den Markt.

Regulierungen und Richtlinien: Vorgaben der Börsen beeinflussen die Menge der verfügbaren Wertpapiere.

Wie man Angebot und Nachfrage bei der Aktienanalyse nutzt

Investoren können dieses Konzept auf zwei Arten anwenden: durch Fundamentalanalyse und technische Analyse.

Fundamentalanalyse

Steigt der Aktienkurs, deutet das auf eine hohe Nachfrage hin. Das kann auf positive Erwartungen bezüglich Gewinn, Wachstum oder Unternehmenswertsteigerung basieren. Sinkende Kurse spiegeln Sorgen um die zukünftige Entwicklung wider.

Technische Analyse

Trader verwenden verschiedene Werkzeuge, um Angebot und Nachfrage zu messen:

1) Candlestick-Analyse

  • Grüne Kerzen (Schlusskurs > Eröffnung) zeigen Kaufkraft, der Trend dürfte steigen.
  • Rote Kerzen (Schlusskurs < Eröffnung) deuten auf Verkaufsdruck hin, der Kurs könnte fallen.
  • Doji (Eröffnung ≈ Schlusskurs) zeigt Unentschlossenheit, Kursbewegung ohne klare Richtung.

2) Trendanalyse

  • Höchststände werden höher, Nachfrage ist stark, Kurs steigt weiter.
  • Tiefststände werden niedriger, Angebot dominiert, Kurs fällt weiter.
  • Seitwärtsbewegung zeigt Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.

3) Unterstützung und Widerstand

  • Unterstützung (Support): Preisniveau, bei dem Nachfrage erwartet wird, Kurs dreht nach oben.
  • Widerstand (Resistance): Preisniveau, bei dem Angebot erwartet wird, Kurs dreht nach unten.

Demand & Supply Zones für den Trading-Einstieg

Die Technik der Demand- und Supply-Zones kombiniert alle oben genannten Konzepte, indem sie nach Punkten sucht, an denen das Gleichgewicht gestört ist und sich wiederherstellt.

Umkehrpunkte handeln

1) Demand Zone Drop Base Rally (DBR) – Aufwärtstrend

  • Überangebot: Der Kurs fällt schnell (Drop), dann stabilisiert er sich (Base).
  • Bei positiven Nachrichten steigt der Kurs durch die Zone (Rally). Trader kaufen bei Ausbruch und setzen Stop-Losses.

2) Supply Zone Rally Base Drop (RBD) – Abwärtstrend

  • Nach Nachfrageüberhang steigt der Kurs schnell (Rally), dann konsolidiert er (Base).
  • Schlechte Nachrichten führen zum Durchbruch nach unten (Drop). Trader verkaufen bei Ausbruch und setzen Stop-Losses.

Trendfolgende Zonen

1) Demand Zone Rally Base Rally (RBR) – Fortsetzung des Aufwärtstrends
Der Kurs steigt, pausiert, steigt bei positiven Faktoren erneut.

2) Supply Zone Drop Base Drop (DBD) – Fortsetzung des Abwärtstrends
Der Kurs fällt, pausiert, fällt bei negativen Faktoren erneut.

Zusammenfassung

Angebot und Nachfrage sind fundamentale Prinzipien, die das Kursverhalten auf Märkten bestimmen. Ob bei fundamentaler oder technischer Analyse: Wer die Signale von Angebot und Nachfrage lesen kann, hat einen Vorteil bei der Prognose und beim Timing. Das Verständnis erfordert kontinuierliches Lernen, praktische Erfahrung und die Analyse realer Marktdaten, um es effektiv anzuwenden.

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