Der Kommissar der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC), Mark T. Uyeda, erklärte auf dem Asset Management Derivatives Forum, dass regulatorische Regeln bei der Umsetzung der Tokenisierung vom Konzept zur Praxis keine „unnötigen Hindernisse“ für Innovationen auf dem Markt darstellen sollten. Er betonte, dass auf Blockchain basierte Wertpapiere eine moderne Weiterentwicklung seien und kein Angriff auf das bestehende Regulierungssystem darstellen.
Uyeda wies darauf hin, dass sich der Markt bereits in einer „frühen Praxisphase“ befinde, in der Teilnehmer testen, wie traditionelle Wertpapiere auf der Blockchain ausgegeben, gehalten und übertragen werden können. Er ist der Ansicht, dass die Aufgabe der SEC nicht darin besteht, für native Krypto-Assets eine separate Parallelregelung zu schaffen, sondern die bestehenden Wertpapiergesetze auf die Blockchain-Umgebung zu übertragen, um regulatorische Hürden zu verringern.
Er stellte außerdem klar, dass tokenisierte Versionen von Wertpapieren weiterhin unter die Wertpapierregulierung fallen. Kernpflichten wie Informationspflichten, Verwahrungsverantwortung und Anlegerschutz würden durch technologische Fortschritte nicht verändert. „Letztlich entscheiden Marktbedarf und Vertrauen darüber, ob die Tokenisierung Realität wird, und die Regulierung sollte kein Hindernis darstellen“, so Uyeda.
Diese Äußerungen setzen die jüngste regulatorische Ausrichtung der SEC gegenüber tokenisierten Vermögenswerten fort. Im vergangenen Monat hatte die SEC klargestellt, dass tokenisierte Wertpapiere weiterhin den bestehenden Wertpapiergesetzen unterliegen und die Einhaltung von Registrierungspflichten und Offenlegungsvorschriften erforderlich ist.
Auf der Ebene der „praktischen Anwendung“ erwähnte Uyeda, dass die SEC kürzlich eine öffentliche Mitteilung zu Ausnahmeanträgen nach dem Investment Company Act veröffentlicht hat, darunter Fälle von WisdomTree Digital Trust und verbundenen Parteien. Ziel dieses Antrags ist es, bestimmte Transaktionen zwischen verbundenen Parteien zu erlauben, um die auf der Blockchain basierende Distribution von Geldmarktfonds nach Regel 2a-7 zu unterstützen. Dies gilt als bedeutender Schritt für die Umsetzung tokenisierter Fonds.
Uyeda betonte außerdem, dass die SEC am Prinzip der „Technologieneutralität“ festhalte und mehr auf die Erreichung regulatorischer Ziele als auf die konkrete technische Umsetzung achte. Er gab zu, dass die aktuellen Regeln oft von der Annahme ausgehen, dass mehrere Zwischeninstanzen existieren, während die Tokenisierung auf offenen, programmierbaren Blockchains eine direktere Verbindung zwischen Emittenten und Investoren ermögliche.
Im Kontext der beschleunigten Entwicklung von tokenisierten Wertpapieren, RWA-Tokenisierung und Blockchain-Finanzinfrastruktur wird diese Stellungnahme der SEC als klarer regulatorischer Wegweiser für den US-amerikanischen Tokenisierungsmarkt gesehen und liefert wichtige politische Signale für die Integration traditioneller Vermögenswerte in die Blockchain.