
Laut dem neuesten Bericht der Bank of America (BofA) wächst das gesamte Handelsvolumen der US-Vorhersagemärkte diese Woche im Wochenvergleich um 4%. Davon verzeichnet die Börse Kalshi, die vom US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) beaufsichtigt wird, einen Anstieg von 6%. Aktuell kontrolliert Kalshi etwa 89% des Handelsvolumens der US-Vorhersagemärkte. Die krypt native Plattform Polymarket verzeichnet im selben Zeitraum einen Rückgang des wöchentlichen Handelsvolumens um 16%, und ihr Anteil sinkt auf 7%.
Kalshi betreibt den Handel im aufsichtsrechtlichen Rahmen der CFTC und klassifiziert seine Kontrakte (die Ergebnisse politischer sowie sportlicher Ereignisse abdecken) als Finanzderivate und nicht als Glücksspielprodukte. Diese Einordnung verschafft Kalshi eine klare Position auf regulatorischer Ebene und zieht sowohl Institutionen als auch Retail-Nutzer an, die eher auf regulierten Plattformen agieren.
Im Gegensatz dazu basiert Polymarket auf Blockchain-Technologie und ist historisch außerhalb des US-Regulierungsrahmens betrieben worden. Das ermöglicht Nutzern, Ergebnisse von Ereignissen mit Kryptowährungen zu handeln. Zwar kann das globale Liquidität anziehen, jedoch sieht sich Polymarket innerhalb der USA weiterhin fortlaufenden Compliance-Einschränkungen gegenüber. Der Bericht der Bank of America zeigt, dass das wöchentliche Handelsvolumen von Polymarket um 16% zurückgeht – und spiegelt genau diese regulatorische Asymmetrie als konkrete Auswirkung auf die Marktanteile wider.
Der Kern der rechtlichen Kontroverse bei Vorhersagemärkten liegt in der grundlegenden Einordnung: Handelt es sich um ein Finanzinstrument oder um ein Glücksspielprodukt. Die CFTC nimmt eine proaktive Haltung ein, verklagt mehrere Bundesstaaten und vertritt die Position, dass Bundesrecht Vorrang vor staatlichen Glücksspielvorschriften hat. Außerdem wird klar zwischen „Sportwetten“ (als Unterhaltung eingestuft) und „Ereigniskontrakten“ (als Finanzinstrumente zur Risikabsicherung eingestuft) unterschieden.
Nevada: Erhalt einer erstinstanzlichen bundesstaatlichen einstweiligen Verfügung gegen Kalshi
Massachusetts: Erhalt einer erstinstanzlichen bundesstaatlichen einstweiligen Verfügung gegen Kalshi
New Jersey: Die Berufung wurde abgewiesen; dadurch ist seine Fähigkeit, Glücksspielgesetze gegen Kalshi durchzusetzen, eingeschränkt
Das Ergebnis dieses rechtlichen Kräftemessens zwischen Bund und Bundesstaaten wird die Richtung der gesamten Branche bestimmen. Wenn die Bundesregierung gewinnt, kann Kalshi unter einem einheitlichen Rahmen landesweit expandieren. Wenn sie verliert, könnte Kalshi gezwungen sein, einen ähnlichen zustandsbasierten Betriebsansatz zu verfolgen wie bei Online-Sportwetten, was die Compliance-Kosten deutlich erhöhen würde.
Der Bericht der Bank of America weist zudem darauf hin, dass FanDuel kürzlich Teile seines Fantasy-Sport-Geschäfts geschlossen hat. Der Bericht geht davon aus, dass dies teilweise auf den Aufstieg der Vorhersagemärkte zurückzuführen ist: Nutzer wechseln von traditionellen Produkten aus dem Glücksspielbereich zu Vorhersagemarkt-Formen, die stärker handelbar sind.
Gleichzeitig beschleunigen große Börsen ihre Planung. Coinbase (COIN) und Crypto.com erkunden Produkte in Formaten für Vorhersagemärkte; Binance (Binance) hat am Donnerstag angekündigt, in seinem Binance Wallet neue Funktionen für Vorhersagemärkte hinzuzufügen. Diese Welle des institutionellen Einstiegs zeigt, dass Vorhersagemärkte sich von der Randspur der Krypto-Branche lösen und sich beschleunigt in eine Kategorie etablierter Mainstream-Finanzprodukte umwandeln.
Kalshi ist eine Vorhersagemarkt-Börse, die auf Bundesebene von der CFTC reguliert wird. Sie klassifiziert Kontrakte über Ereignisergebnisse als Finanzderivate und verfügt über eine klar definierte regulatorische Position in den USA. Polymarket hingegen basiert auf Blockchain und ermöglicht es globalen Nutzern, Ergebnisse von Ereignissen mit Kryptowährungen zu handeln. Historisch wurde Polymarket außerhalb des US-Regulierungsrahmens betrieben und sieht sich innerhalb der USA mit einem deutlich höheren regulatorischen Risiko konfrontiert.
Derzeit ist der Rechtsstreit noch im Gange, und es gibt noch kein endgültiges Urteil. Wenn der Grundsatz „Bundesrecht hat Vorrang“ vom Gericht unterstützt wird, können Plattformen wie Kalshi, die von der CFTC reguliert werden, sich frei unter einem einheitlichen Rahmen in den gesamten USA ausbreiten. Wenn die Position der Bundesstaaten unterstützt wird, wird der Vorhersagemarkt gezwungen sein, ein fragmentiertes Modell mit Lizenzen je Bundesstaat umzusetzen – ähnlich der derzeitigen Situation bei Online-Sportwetten.
Der Einstieg großer Börsen kann kurzfristig dazu führen, dass dem gesamten Vorhersagemarkt mehr Nutzer und mehr Liquidität zufließen. Langfristig haben Binance und Coinbase jedoch deutliche Vorteile in Bezug auf Nutzerbasis und Bekanntheit der Marke, was möglicherweise Wettbewerbsdruck auf die marktführende Position von Kalshi ausübt – insbesondere in Marktbereichen, in denen die regulatorische Einordnung noch nicht eindeutig feststeht.