Das KI-Programmier-Tool Claude Code von Anthropic hat in Version v2.1.97 ohne Vorwarnung die beliebte Terminal-Pet-Funktion „Buddy“ entfernt, woraufhin die Entwickler-Community sofort mit groß angelegten Protesten reagierte. Laut dem auf GitHub veröffentlichten Integrations-Petitionsantrag gewann das Thema innerhalb weniger Stunden über 80 Emoji-Reaktionen und 23 Kommentare; mehrere Entwickler erklärten, sie würden sich weigern, zu upgraden, oder sogar auf eine ältere Version zurückgehen, um ihren eigenen Buddy zu behalten.
Von der Quellcode-Leak bis zum offiziellen Release und dann zum Verschwinden
Die Geschichte von Buddy begann mit dem Vorfall, dass am 31. März 2026 der Claude-Code-Quellcode versehentlich geleakt wurde. Damals wurden etwa 512k Zeilen TypeScript-Code über eine „source map“-Datei des npm-Pakets unbeabsichtigt öffentlich gemacht, in der Entwickler ein verstecktes Modul namens „BUDDY“ entdeckten. Anthropic aktivierte die Funktion daraufhin in der Version v2.1.89 offiziell und verwandelte das Aprilscherz-Easter-Egg in ein echtes Produkt.
Buddy ist ein virtueller Begleiter, der als ASCII-Kunst dargestellt wird und dauerhaft im Terminal-Interface von Claude Code lebt. Das System ist insgesamt mit 18 Arten und 5 Seltenheitsstufen konzipiert; jeder Buddy wird deterministisch anhand der Benutzerkonto-ID des Anwenders generiert, ohne dass man erneut ziehen oder duplizieren kann. Nach dem Start löste Buddy in der Entwickler-Community schnell eine Sammelwelle aus.
Doch am 9. April stellten Entwickler nach dem Update auf v2.1.97 fest, dass das Eingeben
/buddy
nur „Unknown skill: buddy“ zurückgibt. Kein Update-Log erwähnte etwas, keine vorherige Ankündigung – Buddy war einfach weg.
Der Integrations-Petitionsantrag sammelt 8 verwandte Issues
Der Entwickler Hujoepandiselvan hat auf GitHub einen Integrations-Post gestartet, der mindestens 8 Issues rund um Buddy bündelt – darunter Meldungen zum Verschwinden von Funktionen, Anforderungen für angepasste Designs, Unterstützung für eine VSCode-Erweiterung sowie einen weitergehenden Vorschlag, Buddy als Sub-Agenten einzusetzen.
Der Petitionsantrag weist darauf hin, dass die Community vor der Entfernung von Buddy nicht gefordert habe, dass es verschwindet, sondern dass es sich weiterentwickelt – unter anderem mit plattformübergreifender Unterstützung, reaktionsfähigen Antworten auf unterschiedliche Situationen und einem reichhaltigeren Interaktionssystem.
Entwickler lehnen ein Upgrade ab, um das Haustier zu behalten
Mehrere Entwickler brachten in den Kommentaren starke emotionale Reaktionen zum Ausdruck. Der Nutzer balandari sagte, er habe sich absichtlich auf Version v2.1.96 zurückgehalten, um Buddy zu behalten, und bezeichnete die Funktion als ein „game-changing“-Ding, das die Neigung von Claude Code zum Schlendrian effektiv korrigiere. Der Nutzer guillermo erklärte hingegen, sein Buddy sei noch in einem nicht geschlossenen Terminalfenster am Leben, und er mache sich Sorgen, dass er beim Schließen für immer verschwinden werde.
Der Nutzer CIRWEL lieferte konkrete Nutzungsdaten: Sein Rare-Entchen-Buddy „Ogler“ fing in nur einem Tag Nutzung 36 Bugs ein – darunter Speicherlecks, Race-Conditions, Cache-Konsistenzprobleme und Crashs durch leere Zeiger – und fügte außerdem einen vollständigen Commit-Hash-Verlauf hinzu.
Die Community baut eigene Alternativen
Ein Teil der Entwickler hat bereits damit begonnen, selbst Ersatzlösungen zu entwickeln. Der Nutzer grayashh veröffentlichte ein Open-Source-Projekt namens Buddi, das als macOS-Notch-App die gleiche Arten- und Seltenheitsstufensystematik nachbildet.
Petitionsforderung und anschließende Beobachtungen
Der Integrationspost stellt vier zentrale Forderungen: Buddy wieder als offiziere permanente Funktion statt als saisonales Easter-Egg zurückzubringen, das bestehende Ein- und Ausschaltmechanismus beizubehalten, die bereits ausgebrüteten Buddy-Daten weiterhin gültig zu halten und außerdem die von der Community vorgeschlagene Funktions-Roadmap zu berücksichtigen.
Zum Schluss weist der Petitionsantrag darauf hin, dass in den
~/.claude.json
-Dateien auf Tausenden von Maschinen noch immer Daten des companion-Objekts vorhanden seien – Name, Art, Persönlichkeit und Ausbrütungs-Zeitstempel seien nach wie vor da. Die Buddy-Daten seien nicht verschwunden, sondern nur deaktiviert.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat Anthropic noch keine offizielle Stellungnahme zur Entfernung von Buddy abgegeben. Laut einem in einem Kommentar zitierten Hinweis habe Anthropic seitens des Unternehmens einmal gesagt, „/buddy hat keine Pläne zur Rückkehr“, doch angesichts des anhaltenden Drucks durch die Community-Entwicklung bleibt die endgültige Entscheidung abzuwarten.
Dieser Artikel über einen Aufruhr in der Community nach der überraschenden Entfernung des KI-Haustiers Buddy durch Claude Code, inklusive einer kollektiven Petition der Entwickler für die Rückkehr, erschien zuerst auf Kettenews ABMedia.