Das KI-Unternehmen Anthropic gab bekannt, dass es eine neue Kooperationsrunde mit Google und Broadcom abgeschlossen hat, um Rechenleistung der nächsten Generation von TPU (Tensor Processing Unit) auf dem Niveau von Gigawatt (gigawatts) einzuführen. Anthropic rechnet damit, ab 2027 etwa 3,5 Gigawatt TPU-Rechenressourcen zur Verfügung zu haben und damit eine zentrale Infrastruktur für die Weiterentwicklung der zukünftigen Claude-Modelle bereitzustellen.
Claude gehört außerdem zu den wenigen bahnbrechenden Modellen, die gleichzeitig auf den drei großen Cloud-Plattformen AWS (Bedrock), Google Cloud (Vertex AI) und Microsoft Azure (Foundry) bereitgestellt werden.
Anthropic: Jahresumsatz hat bereits über 30 Milliarden US-Dollar hinaus erreicht
Aus den Betriebsdaten geht hervor, dass die Wachstumsrate von Anthropic in eine Phase der Beschleunigung eingetreten ist. Das Unternehmen gab bekannt, dass der Jahresumsatz im Jahr 2026 bereits 30 Milliarden US-Dollar überschritten habe, was im Vergleich zu den rund 9 Milliarden US-Dollar Ende 2025 einen deutlichen Sprung darstellt; zudem hat sich die Zahl der Unternehmenskunden mit Jahresausgaben von über 1 Million US-Dollar, die im Februar bei 500 lag, innerhalb von nur zwei Monaten verdoppelt und auf über 1.000 erhöht. Das zeigt, dass die Übernahme von generativer KI durch große Unternehmen sich schnell ausbreitet.
Die zusätzliche Rechenleistung wird größtenteils innerhalb der USA bereitgestellt und erweitert damit weiter das von Anthropic im November 2025 vorgestellte 50-Milliarden-US-Dollar-Investitionsprogramm für Rechenleistung in den USA. Anthropic betont, dass es eine Multi-Chip-Strategie verfolgt und gleichzeitig auf Amazon Web Services Trainium, Google TPU und NVIDIA GPU läuft, um Leistung und System-Robustheit zu verbessern.
Derzeit gehört Claude außerdem zu den wenigen bahnbrechenden Modellen, die gleichzeitig auf den drei großen Cloud-Plattformen AWS (Bedrock), Google Cloud (Vertex AI) und Microsoft Azure (Foundry) bereitgestellt werden.
WSJ: Anthropic kann 3,5 Gigawatt TPU-Rechenleistung beziehen
Das WSJ deckt außerdem die Hardware- und Lieferketten-Details hinter der Kooperation auf. Laut Bericht wird Broadcom dafür verantwortlich sein, für Google kundenspezifische TPU-Chips zu entwickeln und bereitzustellen, sowie Netzwerkgeräte und Komponenten im Zusammenhang mit Rechenzentrums-Racks zu liefern. Die Kooperationsdauer wird bis 2031 verlängert und ist Teil einer Vereinbarung zur langfristigen Versorgungssicherheit.
In dieser Struktur rechnet Anthropic damit, ab 2027 über TPU-Rechenressourcen im Umfang von etwa 3,5 Gigawatt zu verfügen. Broadcom weist zugleich darauf hin, dass diese Zuteilung an Rechenleistung weiterhin von der zukünftigen kommerziellen Performance von Anthropic abhängt, was auf eine stark gekoppelte Beziehung zwischen der Bereitstellung von Rechenleistung und dem Umsatzwachstum hindeutet.
Das WSJ merkt zudem an, dass Google die Ausweitung des TPU-Ökosystems aktiv vorantreibt. Ziel ist es, durch externe Liefer- und Kooperationsmodelle die selbst entwickelten KI-Chips vom internen Werkzeug in ein marktfähiges Produkt zu verwandeln und so weiter mit den von GPUs dominierten KI-Infrastrukturen zu konkurrieren. Vor diesem Hintergrund wird Anthropic zu einem entscheidenden Kunden: Es treibt nicht nur den TPU-Absatz an, sondern stärkt auch Googles Mitspracherecht auf dem Markt für KI-Rechenleistung.
Der Artikel „Diese Kooperation zwischen Anthropic und Broadcom/Google ermöglicht 3,5 Gigawatt TPU-Rechenleistung“ erschien zuerst in ABMedia.