Laut öffentlich zugänglichen Berichten, die von der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus betroffen sind, hat der aktuelle Spot-Preis für Rohöl der Sorte Brent bereits die Marke von 140 US-Dollar überschritten und damit ein neues Hoch seit der Finanzkrise 2008 erreicht; dies könnte den weltweiten Inflationsdruck weiter verstärken.
(Vorgeschichte: Trump ruft zur Entsendung einer „Koalition der Acht Nationen“ in den Iran auf: Holt euch doch selbst das Öl! Die USA sind nicht länger euer Rückhalt)
(Ergänzender Kontext: Ölpreis über 100! Trump ruft an – Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss: „Wir werden Irans Öl erobern“, Analysten warnen: Bitcoin-Untergrenze testet 46.000 US-Dollar)
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Der globale Spotmarkt für Rohöl zeigt in letzter Zeit starke Turbulenzen. Vor dem Hintergrund geopolitischer Konflikte im Nahen Osten schießt der Spotpreis für Rohöl der Sorte Brent (Dated Brent) kontinuierlich nach oben. Bereits am 2. April hat diese Spot-Benchmark-Marke die Schwelle von 140 US-Dollar überschritten; der neueste Kurs liegt bei 141,37 US-Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008. Der beeindruckende Anstieg der Spotpreise liegt dabei weit über den Terminpreisen im gleichen Zeitraum und verdeutlicht, dass die weltweite Versorgung mit physischem Rohöl derzeit in einer äußerst angespannten Lage steckt.
BREAKING: Dated Brent crude oil prices have surged to $141/barrel, the highest since the 2008 Financial Crisis.
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) April 2, 2026
Spot-Brent zählt zu den wichtigsten Spot-Benchmarks im globalen Rohölhandel. Es bildet vor allem den Wert für die physische Lieferung innerhalb der kommenden 10 bis 30 Tage ab und kann im Vergleich zu Futures die tatsächliche Verfügbarkeit von Rohöl im Markt viel realistischer widerspiegeln. Die Daten bis zum 4/2 zeigen: Während der Spotpreis auf über 141 US-Dollar steigt, pendelt der führende Brent-Future-Kontrakt lediglich in der Nähe von 107 bis 109 US-Dollar. Dieses ausgeprägte Phänomen des „Spot-Aufschlags“ („Backwardation“) macht deutlich, dass Raffinerien in einem erbitterten Wettbewerb um die begrenzte verfügbare Menge an physischem Rohöl stehen.
Der zentrale Auslöser für diesen starken Anstieg der Ölpreise liegt in der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus (Strait of Hormuz). Seit die militärischen Handlungen der USA und Israels gegen den Iran den Konflikt ausgelöst haben, ist dieser wichtige Wasserweg, der rund ein Fünftel des weltweiten Öl-Transportvolumens trägt, seit über einem Monat geschlossen. Darunter sind die Exporte wichtiger Ölförderländer im Nahen Osten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak, die massiv behindert sind.
Dazu beschreibt die Internationale Energieagentur (IEA) dies sogar als „eine der schwersten Unterbrechungen der Ölversorgung in der Geschichte“. Während die Ölbestände aus der Zeit vor dem Krieg nach und nach aufgebraucht werden, hat Brent im März einen seltenen kräftigen Anstieg verzeichnet, und auch nach dem Übergang in den April bleibt der Aufwärtstrend stark.
Hohe Ölpreise werden den globalen Inflationsdruck zwangsläufig direkt nach oben treiben – insbesondere bei den Betriebskosten in den Bereichen Energie, Verkehrstransport und Chemieindustrie. Auf Ebene der Gesamtwirtschaft werden es die Zentralbanken der Länder (z. B. die Federal Reserve) angesichts des Risikos, dass die Inflation wieder aufflammt, in Zukunft deutlich schwerer haben, geldpolitische Entscheidungen zu treffen. Analyseinstitute warnen: Wenn die Straße von Hormus nicht dauerhaft oder nicht schnell genug wieder geöffnet werden kann, besteht das Risiko, dass die Ölpreise weiter auf 150 US-Dollar oder sogar höher zusteuern.