Plume versucht, tokenisierte Fonds ein Stück näher an die Alltagsfinanzen heranzuführen, und dafür hat das Unternehmen als Startpunkt die Lohn- und Gehaltsabrechnung gewählt. Das Unternehmen sagte, es habe einen Pilot mit dem Anbieter von Payroll-Infrastruktur Toku und dem Asset-Manager WisdomTree gestartet. Dabei können berechtigte Mitarbeitende einen Teil ihres Lohns direkt in Form von Anteilen des tokenisierten Geldmarktfonds von WisdomTree erhalten, WTGXX. Die Idee ist ziemlich einfach, aber die Konsequenz ist größer, als es zunächst klingt. Anstatt das Gehalt vollständig in bar zu bekommen und dann zu entscheiden, ob man investiert, kann ein Teil der Vergütung bereits gebucht ankommen – geparkt in einem renditeerzielenden Onchain-Asset. Die Lohn- und Gehaltsabrechnung wird zur neuen Schiene für tokenisierte Fonds Das ist wichtig, weil tokenisierte Real-World-Assets bislang größtenteils als Anlageprodukte eingeordnet wurden. Plume testet, ob sie auch in vertraute Finanzabläufe passen können – und nutzt dabei die Payroll als Distributionsschiene, statt von den Nutzern zu verlangen, dass sie nach dem Zahltag erst über Börsen, Wallets und manuelle Überweisungen gehen. James Huang, Leiter Operations bei Plume, sagte, Payroll sei eine der am häufigsten genutzten Finanzschienen der Welt, habe sich aber „kaum weiterentwickelt“. Der Pilot solle zeigen, wie tokenisierte Assets über die Nutzung in Nischen-Setups hinaus in die alltägliche Finanzinfrastruktur gelangen können. Ein Experiment mit tokenisierten Löhnen – mit einem regulierten Fonds darunter WTGXX steht im Zentrum der Struktur. Der tokenisierte Geldmarktfonds von WisdomTree stellt das zugrunde liegende Asset bereit, während Toku das Programm in bestehende Payroll-Systeme einbindet und Plume die konforme Onchain-Delivery-Schicht übernimmt. Die Teilnahme ist freiwillig und unterliegt Eignungsanforderungen, einschließlich Wallet-Verifizierung, die an WisdomTree Prime gekoppelt ist. Für Krypto ist der Pilot besonders, weil er die übliche Konsumenten-Pitchline überspringt. Hier geht es nicht ums Handeln oder um Spekulation. Es geht darum, ob tokenisierte Fonds in der allereinfachsten finanziellen Routine auftauchen können, die Menschen haben – bezahlt zu werden – und von diesem Moment an anfangen, Rendite zu erwirtschaften.