Powell-Harvard-Vortrag: Kriegswirkungen auf die Lieferketten, Aufrechterhaltung einer vorsichtigen Geldpolitik, fallende US-Staatsanleihen-Renditen

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Powell bekräftigte bei seiner Rede an der Harvard University die abwartende Haltung der US-Notenbank (Fed). Angesichts des Konflikts mit dem Iran steigen die Ölpreise und der Druck durch Zölle nimmt zu. Er betonte, dass das Inflationsrisiko beherrschbar sei, und die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen sei gesunken.

Zur Abfederung von Energieversorgungs-Schocks bekräftigt die Fed erneut die vorsichtige Abwartestrategie

Der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), Powell (Jerome Powell), wurde am 30. März zu einem Besuch an der Harvard University eingeladen, wo er in der Wirtschaftsvorlesung der Fakultät eine Rede hielt. Darin ging er auf seine tiefgreifenden Einschätzungen zu der aktuellen geopolitischen Lage und den wirtschaftlichen Aussichten ein.

Derzeit ist der Iran-Krieg bereits in die fünfte Woche eingetreten. Die globale Lieferkette für Energie steht vor einer harten Bewährungsprobe, und der durchschnittliche Benzinpreis im Inland der USA ist bereits auf 4 Baseline pro Gallone gestiegen. Powell betonte, dass die aktuelle wirtschaftliche Umgebung voller hoher Unsicherheit sei und die Fed weiterhin eine vorsichtige geldpolitische Haltung einnehmen werde.

Er führte aus, dass die Wirkung der Geldpolitik auf Schocks auf der Angebotsseite begrenzt sei und dass die Geldpolitik zudem mit langer und variierender Verzögerung wirke. In der aktuellen Phase sei es daher am angemessensten, die Entwicklung der Lage zu beobachten, statt hastig zu reagieren.

Der Markt interpretiert dies so, dass die Fed kurzfristig die Zinsen unverändert lassen werde. Die zuvor gehegten Erwartungen, durch Zinserhöhungen gegen die Inflation vorzugehen, hätten deutlich nachgelassen. Infolge dieser Rede fielen die Renditen US-amerikanischer 10-jähriger Staatsanleihen um 10,2 Basispunkte auf 4,338 %, und bei den US-Aktienindizes zeigten außer dem Dow alle einen leichten Rückgang. Dies deute darauf hin, dass Anleger die vorsichtige, aber nicht panische Tonlage inzwischen eher pessimistisch bewerteten.

  • US-Aktien: Dow-Jones-Index: +49,50 Punkte, +0,11 %, Schluss: 45.216,14 Punkte.
  • Nasdaq-Index: -153,72 Punkte, -0,73 %, Schluss: 20.794,64 Punkte.
  • S&P 500 Index: -25,13 Punkte, -0,38 %, Schluss: 6.343,72 Punkte.
  • Philadelphia Semiconductor Index: -315,33 Punkte, -4,23 %, Schluss: 7.142,33 Punkte.
  • NYSE FANG + Index: -196,85 Punkte, -1,47 %, Schluss: 13.235,31 Punkte.

Zölle und Inflation im Doppelgriff: Die Geldpolitik steht vor einem Dilemma

In Bezug auf das Thema Inflation bekräftigt die Fed erneut ihr Versprechen, am 2%-Inflationsziel festzuhalten. Derzeit wird die Inflation vor allem durch mehrere Nachfrageschocks auf der Angebotsseite beeinflusst, darunter die nach der COVID-19-Pandemie entstandenen Ungleichgewichte in Angebot und Nachfrage sowie die jüngst von der Regierung umgesetzten Zollmaßnahmen.

Powell analysierte, dass die durch Zölle verursachten Preisanstiege eine einmalige Wirkung hätten und voraussichtlich die jährliche Inflationsrate um etwa 0,5 bis 1 Prozentpunkt erhöhen würden.

Obwohl jüngste Umfragen zeigen, dass die kurzfristigen Inflations­erwartungen der Verbraucher gestiegen sind, sind die langfristigen Inflations­erwartungen, die die Fed stärker in den Fokus nimmt, derzeit weiterhin stabil verankert. Die Fed befindet sich in einem Dilemma: Einerseits erfordern Abwärtsrisiken aus der verlangsamten Wachstumsdynamik am Arbeitsmarkt, die niedrigen Zinsen beizubehalten; andererseits begrenzen Aufwärtsrisiken bei der Inflation den Spielraum für Zinssenkungen.

Powell sagte, dass sich die derzeitige geldpolitische Ausrichtung an der richtigen Stelle befinde. Die Fed werde anhand der „Beige Book“-Daten der 12 regionalen Notenbanken und verschiedener ökonomischer Modelle weiterhin beobachten, welche reale Gesamtwirkung die Zölle und die Energiepreise auf die Wirtschaft haben.

KI treibt die Produktionskraft-Erneuerung an: Optimismus für die langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit

Obwohl kurzfristig ein langsames Beschäftigungswachstum und geopolitische Risiken zu bewältigen sind, äußerte Powell eine hohe Zuversicht in die mittelfristigen und langfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft. Durchbrüche in der Künstlichen Intelligenz (AI) seien die entscheidende Kraft für das künftige Wachstum der Produktivität. Durch Automatisierung bei der Abwicklung von Aufgaben könne die KI die Effizienz im Unternehmensbetrieb deutlich steigern.

Zwar befindet sich der Arbeitsmarkt derzeit in einer Phase niedriger Einstellungszahlen, wodurch Hochschulabsolventen vor Beschäftigungs­herausforderungen stehen, aber die US-Wirtschaft verfügt über eine starke Dynamik und eine Fähigkeit zur Selbstaktualisierung. Im Vergleich zu anderen etablierten Volkswirtschaften weist die US-Produktivitätsentwicklung einen Vorteil in der Wachstumsrate auf.

Im Hinblick auf Bilanzsummen und finanzielle Stabilität liegt die Vermögensgröße der Fed weiterhin über 6 Billionen US-Dollar. Powell ist der Ansicht, dass die früheren Anleihe-Kaufpläne die wirtschaftliche Aktivität wirksam unterstützt hätten, und dass bisher keine deutlichen negativen Auswirkungen auf die Inflation zu beobachten seien. Was die Risiken im privaten Kreditmarkt (Private Credit) betrifft, überwacht die Fed deren Zusammenhang mit dem Bankensystem derzeit sehr genau. Obwohl es derzeit Marktkorrekturen gibt, sind noch keine Anzeichen für eine systemische Finanzkrise erkennbar.

Die politische Neutralität der Fed wahren: Stabiler Machtübergang und Schuldenmanagement

Powells Amtszeit endet am 15. Mai 2026 offiziell. Diese Rede wurde zu einem der letzten öffentlichen Auftritte im Verlauf seiner Amtszeit. Er verteidigte nachdrücklich die Unabhängigkeit der Fed und betonte, dass die Institution eine „Entpolitisierung“ verfolgen und sich auf die Aufgaben konzentrieren solle, die der Kongress in Bezug auf Preisstabilität und Vollbeschäftigung übertragen hat. In Bezug auf den bisherigen Fortschritt bei der Nominierung des Nachfolgers Worsh (Kevin Warsh) wurde der Vorschlag vorerst zurückgestellt, weil der Senat eine Untersuchung für die Sanierungspläne des Fed-Hauptsitzes durchführt. Wenn das Nominierungsverfahren nicht wie geplant abgeschlossen wird, könnte Powell seine Amtszeit verlängern müssen.

Auf Fragen zur möglichen politischen Kehrtwende antwortete Powell, er lehne eine Stellungnahme zur Auffassung von Worsh ab, Zinssenkungen zu unterstützen. Er bekräftigte lediglich, dass die Fed ihre Zuständigkeiten erfüllen und finanzpolitische Instrumente nicht dazu nutzen sollte, politische Ziele zu erreichen.

Bildquelle: 《CNBC》: Fed-Vorsitzender als Nachfolger von Worsh (Kevin Warsh)

Außerdem äußerte er Sorge über den langfristigen Schuldenpfad der USA. Das Wachstum der bundesstaatlichen Verschuldung ist bereits schneller als das Wirtschaftswachstum. Obwohl bisher noch nicht die Schwelle des wirtschaftlichen Zusammenbruchs erreicht wurde, muss die Regierung nach einem fiskalischen Gleichgewicht streben, um eine langfristig gesunde Entwicklung des Wirtschaftssystems sicherzustellen.

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