Die strukturellen Grenzen von Bitcoin könnten die Tür für das Wachstum von Ethereum öffnen, sagt ein Analyst.

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Bitcoins strukturelle Zwänge könnten die Anpassung verlangsamen, während Ethereums Modell eine stärkere langfristige Positionierung unterstützt.

Bitcoin sieht sich laut dem Marktkommentator John Galt strukturellen Reibungen ausgesetzt, die die langfristigen Anreize nach und nach in Richtung Ethereum verschieben könnten. Er argumentiert, dass Bitcoins Upgrade-Modell, seine Versorgungsstruktur und die langfristige Sicherheitsökonomie es anfälliger machen, sobald neue Bedrohungen und Zwänge auftauchen. Unterdessen könnten Ethereums Design und sein Governance-Prozess diese Belastungen möglicherweise mit geringerem Koordinationsrisiko bewältigen.

Ethereums iteratives Upgrade-Modell als Vorteil gegenüber Bitcoins starrem Ansatz

Galt macht darauf aufmerksam, dass Bitcoin keine formale Koordinationsebene für systemweite kryptografische Übergänge besitzt. Ohne einen strukturierten Weg könnte es länger dauern als erwartet, das gesamte Netzwerk von der Notwendigkeit zu überzeugen, quantenresistente Änderungen zu übernehmen – insbesondere in Phasen hoher Unsicherheit.

Bitcoin steht vor drei großen Problemen, die Ethereum bereits gelöst hat.

Quanten-Upgrade: Bitcoin hat keine zentrale Stelle, um das Quanten-Upgrade zu koordinieren. Außerdem ist Bitcoins Kultur äußerst konservativ, was bedeutet, dass große Veränderungen gesellschaftlich sehr schwierig sind.

Unzugänglich…

— John Galt (@lurkaroundfind) 28. März 2026

Die Marktanalysten wiesen außerdem auf Bitcoins konservative Kultur hin. Er bemerkte, dass Unterstützer langsame Veränderungen oft als Sicherheitsmerkmal behandeln. Doch derselbe Charakterzug kann Reaktionen verzögern, wenn die Zeitplanung entscheidend wird. Große technische Richtungswechsel können Widerstand auslösen und den Konsens verlangsamen, insbesondere wenn die Bedrohung zunächst nur hypothetisch bleibt.

Im Gegensatz dazu zeigt Ethereum ein Muster iterativer Upgrades. Sein Ökosystem hat koordinierte große Änderungen umgesetzt, darunter der Wechsel zu Proof-of-Stake. Diese Erfolgsgeschichte deutet darauf hin, dass Ethereum bei kritischen Upgrades mit klarerer Planung und engeren Umsetzungstakten vorankommen kann.

Ruhende Bitcoin-Bestände gelten als potenzieller Schwachpunkt im Szenario einer Quantenbedrohung

Schätzungen zufolge sind dauerhaft unzugängliche Bitcoin in etwa bei 1,5–1,7 Millionen BTC. Laut Galt könnten diese brachliegenden Bestände ein Ziel werden, falls Quantenangriffe irgendwann die zentralen Annahmen kompromittieren.

In solchen Fällen könnte sich das Netzwerk harten Entscheidungen gegenübersehen, die ein Konfliktrisiko bergen. Es müsste entweder eine mögliche Ausnutzung tolerieren oder eingreifen, indem es Wege findet, die Gelder einzufrieren oder neu zuzuweisen. Galt merkt an, dass eine solche Governance-Stresslage Gemeinschaften zerreißen kann – ähnlich früheren Streitigkeiten wie der Debatte über die Blockgröße.

Ethereum hat von inaktiven Guthaben weniger Komplikationen, vor allem weil die relative Größenordnung der unzugänglichen Bestände kleiner erscheint. Dieser Unterschied könnte es Ethereum erleichtern, Ausnahmefälle über Governance-Entscheidungen zu adressieren, statt auf Notfall-Kompromisse zurückzugreifen.

Langfristige Sicherheit verschiebt sich ebenfalls, da Bitcoins Halbierungen die Block-Subventionen reduzieren. Galt sagt, dass Bitcoin zunehmend auf Transaktionsgebühren angewiesen ist, um das Mining zu finanzieren und das Netzwerk abzusichern. Allerdings bleibt die Generierung von Gebühren tendenziell inkonsistent, abgesehen von Spitzen während von Überlastungen.

Diese Inkonsistenz lässt Analysten befürchten, ob Gebühren allein ausreichen werden, um über Zyklen hinweg ein vorhersehbares Sicherheitsbudget zu tragen.

Ethereums Wirtschaftsmodell gewinnt Aufmerksamkeit, während BTC vor Unsicherheit bei den Gebühren im Langfristbereich steht

Laut Daten belaufen sich die Gebühren in den vergangenen 30 Tagen auf etwa 92,7 Millionen US-Dollar, wobei die tägliche Einnahme bei rund 1,33 Millionen US-Dollar liegt. Die Daten deuten auf fortlaufende Nutzung hin – nicht auf eine Nachfrage, die nur in seltenen Stressereignissen auftritt.

_Image Source: DeFiLlama

Ethereum verändert auch den Geldfluss selbst. Durch EIP-1559 wird ein Teil der Gebühren verbrannt. Eine höhere Nachfrage kann eine geringere Nettoausgabe bedeuten, sogar in deflationären Bedingungen – was die wirtschaftliche Sicherheit direkt mit der Aktivität der Nutzer verknüpft.

Bitcoin’s Modell hängt stärker davon ab, ob das Gebührenwachstum nach dem Wegfall der Subventionen nachzieht. Ethereums Modell zeigt bereits, wie die Gebührenaktivität die Angebotsdynamik beeinflussen kann.

Auch kulturelle Faktoren können Kapital steuern. Galt behauptet, dass Bitcoins Ökosystem stärkere makroökonomische Narrative und institutionelle Aufmerksamkeit anzieht, wobei Persönlichkeiten wie Michael Saylor die öffentliche Wahrnehmung prägen. Er rahmt Bitcoin zunehmend als Positionierung für einen Asset „Store of Value“.

Ethereum setzt einen anderen Schwerpunkt. Es steht weiterhin im Zentrum der Programmierbarkeit, der Dezentralisierung und iterativer Designentscheidungen, die in seinen cypherpunkischen Ursprüngen verwurzelt sind. Mit der Zeit könnte diese Abweichung die Erwartungen von Investoren an jede Kette prägen, wenn strukturelle Belastungen zunehmen.

Wie Galt es ausdrückt, schaffen Bitcoins „Probleme“ sowohl Risiko als auch einen langsameren Weg zur Anpassung. Dadurch erhält Ethereum mehr Spielraum, Marktanteile zu gewinnen, sobald der Markt beginnt, Sicherheit und Koordination über einen längeren Zeithorizont einzupreisen.

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