Die Ethereum Foundation stellt ein "Ultimatum" auf – die Community ist gespalten

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Ethereum Foundation veröffentlicht Mission Statement und verpflichtet sich zu den CROPS-Prinzipien, mit dem Ziel, die Foundation nach ihrem Verschwinden funktionsfähig zu halten. Doch der idealistische Kurs löst gemischte Reaktionen in der Community aus: Einige unterstützen den Punk-Spirit, andere kritisieren die Realitätsferne.
(Vorheriger Abschnitt: Die Ethereum Foundation hat in drei Monaten über 21.000 ETH verkauft und mehr als 72 Millionen US-Dollar realisiert.)
(Hintergrund: BitMine hält über 4 Millionen ETH im Ethereum-Tresor und ist damit führend bei Unternehmens-ETH-Reserven weltweit.)

Inhaltsverzeichnis

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  • TL;DR
  • Was will Ethereum eigentlich lösen?
  • Was macht die Foundation? Was nicht?
  • Wie entscheidet die EF bei unklaren Standards?
  • Ideale sind voll, die Realität ist hart
  • Community im Streit: Punk-Ideale vs. Realitätsverlust

Am Abend des 13. März veröffentlichte der Vorstand der Ethereum Foundation (EF) ein Mission Statement, das „EF Mandate“.

Wenn man dieses Mission Statement liest, könnte man sich fragen, ob man sich im falschen Film befindet – voll mit Sternen, Elfen, Zauberern und einem Layout, das an Anime-Poster erinnert. Doch hinter dieser coolen Fassade verbirgt sich die „Leitlinie“ der aktuellen Ethereum-Ökosysteme.

TL;DR

  • Kernposition der EF: Wächter, nicht Herrscher. Das ultimative Ziel ist, durch den „Walkaway Test“ – selbst wenn die Ethereum Foundation morgen aufgelöst wird – dass das Ethereum-Netzwerk weiterhin perfekt funktioniert.
  • CROPS ist die Grundlinie: Jede technische Entwicklung muss Zensurresistenz, Open Source, Privatsphäre und Sicherheit gewährleisten. Diese vier Eigenschaften sind untrennbar, keine Priorität darf sie übersteigen.
  • Philosophie der EF: Die Foundation macht eine Reduktion, damit Ethereum widerstandsfähiger wird. Wenn die Ökosysteme reif genug sind, wird die Foundation schrittweise Macht abgeben.
  • Was nicht getan wird: Keine „Kingmaker“-Rolle, keine Bewertungseinrichtungen, keine Marketing- oder Produktfirmen, keine Herrschaftsansprüche, keine Regierung, kein Casino, kein Opportunismus.

Was will Ethereum eigentlich lösen?

EF glaubt, dass im digitalen Zeitalter zwei Grundbedürfnisse existieren: Kontrolle über eigene Daten, Identität und Vermögenswerte (Selbsthoheit), sowie die Fähigkeit, ohne „Abhängigkeiten“ mit anderen zu kooperieren (Souveräne Koordination).

Nur auf das erste zu setzen, reicht für lokale Anwendungen; nur auf das zweite, für traditionelle Netzwerke. Das Besondere an Ethereum ist, beides gleichzeitig zu ermöglichen.

Im Manifest heißt es: Ethereum existiert, um zu verhindern, dass jemand dich „Rug“ – egal ob Regierung, Unternehmen, Institution oder KI.

Dafür hat die EF die Abkürzung CROPS entwickelt, die im Manifest 32 Mal vorkommt:

  • Censorship Resistance (Zensurresistenz): Niemand kann dich daran hindern, legale Dinge zu tun. Trotz Druck von außen schützt die Kryptografie die Neutralität.
  • Open Source & Free (Open Source & Freiheit): Alle Codes und Regeln sind offen, keine Black Boxes.
  • Privacy (Privatsphäre): Deine Daten gehören dir, nicht der Plattform. Du entscheidest, wem du was teilst.
  • Security (Sicherheit): Schutz des Systems und der Nutzer vor technischen Fehlern und Erpressung.

Diese vier Eigenschaften sind im Dokument als „untrennbares Ganzes“ definiert, höchste Priorität, keine Kompromisse erlaubt.

Die Haltung der EF ist klar: Lieber langsam, aber von Anfang an richtig. Denn einmal aufgegeben, ist es kaum wiederherstellbar.

Was macht die Foundation? Was nicht?

Die EF sieht es als Erfolg, wenn sie „überflüssig“ wird.

Das Konzept des „Walkaway Tests“ bedeutet: Wenn die EF morgen verschwindet, kann Ethereum eigenständig weiterlaufen und sich entwickeln? Das Ziel ist, dass die Antwort „Ja“ lautet.

Daher verfolgt die EF eine „Reduktions-Philosophie“: Sie konzentriert sich auf Kernbereiche, in denen niemand sonst tätig ist: Protokoll-Upgrade, langfristige Forschung, Sicherheit. Wenn andere Gruppen das übernehmen können, übergibt die EF.

Gleichzeitig gibt es eine lange Liste von „Nicht-tun“-Regeln, die wie eine offizielle Haftungsausschlussklausel wirken: keine Herrschaftsrolle, kein Kingmaker, keine Zertifizierungsstelle, kein Produktstudio, keine Marketingfirma, kein Boss, keine Regierung, kein Casino, kein Opportunist.

Wie entscheidet die EF bei unklaren Standards?

Nach den Prinzipien CROPS, Selbsthoheit und Reduktion – was tun bei konkreten Problemen?

Das ist die „Entscheidungs-Algorithmus“-Logik der Foundation: Wenn zwei Wege offenstehen, wie wählt man, ohne die Prinzipien zu verraten?

  • Bei technischen Lösungen: Wählt die, die „nicht in Zukunft blockiert“ werden können, auch wenn sie langsamer sind. Beispiel: Transaktionsverbreitung – eine Lösung ist leistungsfähiger, aber auf private Relais (Whitelist) angewiesen. Die andere ist dezentraler, aber langsamer. Die EF bevorzugt Letzteres, weil die erste Lösung, wenn sie umgesetzt ist, kaum noch dezentralisiert werden kann.
  • Bei Vorschlägen: Nicht nur die aktuelle Ebene betrachten, sondern auch die Auswirkungen auf andere Ebenen. Manche Lösungen scheinen gut, passen zu CROPS, könnten aber in der Gesamtökonomie Probleme schaffen.
  • Nutzersicherheit: Wichtig, aber keine paternalistische Kontrolle. Nutzer sollen eigene Schutzmechanismen haben, keine „Eltern“-Funktionen, die ihnen alles abnehmen. Wallets, die „Sicherheitsmodus“ voreingestellt haben, AI-gestützte Risiko-Entscheidungen oder Verhaltensüberwachung – alles, was die Nutzerrechte einschränkt, lehnt die EF ab. Der Schutz besteht in transparenten, überprüfbaren Filtern und Regeln.
  • Zwischenhändler: Wenn unvermeidbar, dann möglichst niedrige Barrieren, volle Konkurrenz, und Alternativen ohne Zwischenhändler. Nutzer sollen einfache, funktionierende Alternativen haben.
  • Technische Teams: Bei der Auswahl auf tatsächliche technische Qualität und Prinzipientreue achten, nicht nur auf Marketing oder Slogans.

Ideale sind voll, die Realität ist hart

Das Manifest klingt überzeugend, doch die Realität stellt andere Anforderungen.

Ist das Dokument ein Konsens oder nur die Ideale einiger Autoren? Würde eine andere Gruppe es anders formulieren? Wer kontrolliert die Umsetzung?

Praktische Probleme:

  • Die EF ist finanziell stark von ETH-Reserven abhängig. Bei fallenden ETH-Preisen schrumpft das Budget. „Preisstabilität“ ist nur eine Selbstdisziplin, keine Realität.
  • CROPS ist eine Ideallinie, aber die Welt läuft anders.
  • Nutzer interessiert vor allem: Schnelligkeit, Kosten, Bedienbarkeit.
  • Wird die EF durch strikte CROPS-Umsetzung in Nutzererfahrung und Kommerz hinter Konkurrenten zurückfallen?
  • Wie werden „Taten“ und „Nicht-Taten“ bewertet? Wer ist verantwortlich? Wie wird die Koordination gemessen?

Community im Streit: Punk-Ideale vs. Realitätsverlust

Kaum 24 Stunden nach Veröffentlichung des Manifests reagierte die Community gespalten:

Kritiker:

  • Eigen Labs Forscher Kydo sagt, die EF dreht 180 Grad um, verwirft die bisherige „Pragmatische Linie“ mit Stablecoins, Institutionen und RWA, und marginalisiert die populärsten Anwendungen.
  • Forward Ind. Vorsitzender kritisiert: „Sie bauen, was sie wollen, nicht was die Community will“ – Vorwurf: Ideologie vor Marktbedarf.
  • Pavel Paramonov von Hazeflow nennt es „wieder nur ideologisches Geschwafel“, ohne klare Richtung.

Befürworter:

  • Zainan Victor Zhou, Gründer von Namefi, sieht darin eine Begrenzung der EF-Organisation, nicht des Ökosystems.
  • Columbia Business School Professor Omid Malekan betont, CROPS sei die Grundlage für Ethereums Führungsrolle im Finanzbereich – es bietet echten „Zugangsrecht + Verifizierbarkeit + Eigentumsschutz“.

Vitalik selbst klärte: Das Manifest sei „für viele keine Überraschung“, es spiegelt die Überlegungen der letzten Monate wider. Die EF bleibt Wächterin von Ethereum, der Rest wird von der breiten Ökosystem-Community übernommen – das ist der Anfang eines neuen Kapitels.

Am Ende zitiert das Manifest Dante aus der „Göttlichen Komödie“: „E quindi uscimmo a riveder le stelle“ – „Und so traten wir hinaus, um die Sterne wieder zu sehen.“

Die EF hat auch ein Meme namens „SOURCE SEPPUKU LICENSE“ erstellt, mit dem Spruch: „Wenn die Foundation ihr Versprechen nicht hält, soll sie sich selbst richten.“

Die EF sieht sich als Wanderer durch die Hölle, der trotz aller Prüfungen und Zweifel den Weg zu „digitaler Freiheit“ sucht. Die Zeit wird zeigen, ob es gelingt.

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